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Gleichstellung an Hochschulen Frau Professorin bleibt in der Minderheit

Nicht einmal jeder vierte Lehrstuhl wird von einer Frau besetzt. Eine Studie zeigt, wie ernst die größten deutschen Hochschulen das Thema Gleichstellung nehmen.
Professorin an der Ruhruniversität Bochum (Archivbild)

Professorin an der Ruhruniversität Bochum (Archivbild)

Foto: Fabian Stratenschulte/ picture alliance / dpa

An Hochschulen ist es ähnlich wie in Politik und Wirtschaft: Frauen besetzen deutlich seltener Führungspositionen als Männer. Das zeigt eine Umfrage des Bildungsanbieters WBS  bei den 37 größten Hochschulen Deutschlands.

Demnach beträgt der Anteil an Professorinnen im Schnitt rund 23 Prozent. An einigen Hochschulen spielt Gleichstellung allerdings eine größere Rolle als an anderen, zeigt die Umfrage.

  • Die Freie Universität Berlin ist den Ergebnissen zufolge Spitzenreiter: 276 von 444 Professoren sind hier weiblich, die Quote liegt damit bei fast 38 Prozent.
  • Die Universität Paderborn folgt mit einer Professorinnen-Quote von 37 Prozent. 260 Frauen haben hier einen Lehrstuhl inne.
  • Die Universität Koblenz-Landau belegt mit einem Frauen-Anteil von rund 36 Prozent den dritten Platz.

Die wenigsten Frauen auf Lehrstühlen gibt es dagegen an der Technischen Hochschule Mittelhessen (10 Prozent). Das Karlsruher Institut für Technologie beschäftigt 49 Professorinnen (13 Prozent), und an der Technischen Universität Dresden sind nur 14 Prozent der Professuren von Frauen besetzt.

Noch seltener als Professorinnen sind Dekaninnen. Sie stehen einer Fakultät oder einem Fachbereich vor und werden auf bestimmte Zeit gewählt. Auf dieser höheren Hierarchieebene sind Frauen an den 37 größten Hochschulen des Landes deutlich seltener zu finden. Nicht einmal jedes fünfte Dekanat wird demnach von einer Frau geleitet, die Quote liegt bei 17 Prozent.

Auch hier gibt es wieder große Unterschiede: An der Fernuni Hagen sowie der Universität Koblenz-Landau herrscht der Studie zufolge Gleichstellung. Hier gebe es genauso viele Dekaninnen wie Dekane. Den zweithöchsten Anteil verzeichneten die Universitäten Hamburg und Frankfurt (37,5 Prozent).

An den Universitäten in Siegen, Erlangen-Nürnberg, Bonn, Braunschweig, Kiel und Wuppertal sowie am Karlsruher Institut für Technologie und der TH Mittelhessen werden dagegen derzeit alle Dekanate von Männern geführt.

An zehn der 37 befragten Hochschulen steht eine Frau an der Spitze und bekleidet das höchste Amt als Rektorin oder Präsidentin, allerdings ausnahmslos an Universitäten wie etwa der TU in Dortmund und Braunschweig, der Humboldt-Universität in Berlin, der Fernuni Hagen und den Universitäten in Paderborn und Koblenz-Landau.

Was beim Vergleich der Hochschulformen auffällt: Keine der untersuchten Fachhochschulen wird von einer Frau geleitet - hier herrscht auf der Führungsebene noch erheblicher Nachholbedarf in Sachen Gleichstellung.

Anmerkung der Redaktion: Die WBS-Gruppe hatte zunächst falsche Angaben zu den Professorinnen und Dekaninnen an einigen Hochschulen genannt und diese im Nachhinein korrigiert. Text und Grafik wurden entsprechend verändert.