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Home Office Ein Drittel der Firmen schickt die Mitarbeiter heim

Als Yahoo Hunderte Mitarbeiter vom Home Office in die Konzernzentrale zurückpfiff, war die Aufregung groß. Kein Wunder: Telearbeit zu Hause ist populär. Deutsche Firmen, die sich darauf einlassen, bauen das Angebot oft zügig aus.
Home Office: "Tach Chef, ich mach das von zu Hause aus"

Home Office: "Tach Chef, ich mach das von zu Hause aus"

Foto: Corbis

Jedes dritte Unternehmen in Deutschland setzt auf Home Office. In einer Umfrage gaben die Personalleiter von 33 Prozent der Firmen an, dass Arbeitsplätze bei den Mitarbeitern zu Hause zu ihrer Unternehmensorganisation gehören. Bei den meisten ist das eine recht neue Entwicklung: Der größte Ausbau fand in den vergangenen vier bis fünf Jahren statt.

Das geht aus einer Befragung des Ifo-Instituts und des Personaldienstleisters Randstad exklusiv für KarriereSPIEGEL hervor. Demnach haben 62 Prozent der Firmen, die auf Home Office setzen, ihr Angebot in den vergangenen Jahren drastisch ausgebaut.

Im Februar hatte noch die Entscheidung von Yahoo-Chefin Marissa Mayer für Aufregung gesorgt, die Heimarbeiter des Konzerns zurück in die Firmenzentrale zu beordern. Home Office gilt gemeinhin als Ausweis einer besonders liberalen und modernen Mitarbeiterführung, die ein flexibleres Miteinander von Arbeit und Privatleben ermöglicht. Das Konzept lässt aber auch leicht die Grenzen zwischen beiden Sphären verschwimmen; zudem ist umstritten, wie effizient diese Arbeitsorganisation ist. Gerade die Software- und Internet-Firmen im Silicon Valley setzen dennoch stark auf Home Office, die meisten Beobachter waren über Mayers Order überrascht.

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Zumindest in der deutschen Wirtschaft findet Mayer wenige Nachahmer. Nur drei Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie ihren Home-Office-Einsatz in den kommenden Monaten reduzieren wollten. Vielmehr planen 19 Prozent der Personalleiter, bis Ende 2014 noch mehr freie Arbeitsplätze für Heimarbeiter zu schaffen, der Rest will zumindest am aktuellen Stand festhalten.

Je größer die Firma, desto mehr Telearbeit

Vor allem große Firmen nutzen das Instrument stark: In Betrieben mit mehr als 250 Mitarbeitern liegt die Home-Office-Quote sogar bei 50 Prozent, die Bereitschaft zum Ausbau bei 35 Prozent. Allerdings gelten solche Konzepte in größeren Organisationen als leichter durchsetzbar.

Die Umfrage war Teil der vierteljährlichen Flexindex-Erhebung. Dabei möchten Ifo und Randstad wissen, wie sich der Einsatz von Instrumenten zur flexiblen Gestaltung von Arbeit entwickelt, zum Beispiel Überstunden, Arbeitszeitkonten, Fristverträge, Minijobs oder Zeitarbeit.

In der aktuellen Auswertung standen mal wieder Überstunden und Arbeitszeitkonten an erster Stelle. Dagegen hat sich der Einsatz von Zeitarbeit und Minijobs leicht verringert. In den kommenden Monaten könnte vor allem der Einsatz von freien Mitarbeitern und Outsourcing stark zulegen.

mamk