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Homeoffice Arbeitgeber darf die Rückkehr ins Büro verlangen

Müssen Arbeitnehmer zurück in die Firma, auch wenn die Pandemie nicht vorüber ist? Das ist möglich, wie ein aktuelles Gerichtsurteil zeigt – unter bestimmten Bedingungen.
Homeoffice (Symbolfoto)

Homeoffice (Symbolfoto)

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Jens Kalaene / picture alliance / dpa

Einmal Homeoffice heißt nicht immer Homeoffice. Hält ein Arbeitgeber die Rückkehr eines Arbeitnehmers zum regulären Arbeitsplatz aus betrieblichen Gründen wieder für erforderlich, kann er das anordnen und seine frühere Weisung zum Arbeiten zu Hause rückgängig machen. So entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) München. Das Urteil wurde gerade veröffentlicht und ist rechtskräftig (Aktenzeichen: 3 SaGa 13/21).

Im konkreten Fall wurde einem Grafiker im Zuge der Coronapandemie ebenso wie einem Großteil seiner Kolleginnen und Kollegen erlaubt, die Arbeiten im Homeoffice zu erledigen. Lediglich das Sekretariat war im eingeschränkten Umgang im Münchner Büro der Firma besetzt. Doch am 24. Februar 2021 ordnete der Arbeitgeber an, dass der Grafiker wieder an seinem regulären Büroarbeitsplatz erscheinen muss.

Der Arbeitnehmer klagte: Er sei der Meinung, dass angesichts der Coronapandemie seine Homeoffice-Tätigkeit nur ausnahmsweise unterbrochen werden dürfe.

Kein Recht auf Homeoffice im Februar

Schon das Arbeitsgericht bestätigte jedoch das Weisungsrecht des Arbeitgebers. Weder aus dem Arbeitsvertrag noch aus der Sars-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung und der Gewerbeordnung ergebe sich ein Rechtsanspruch auf Arbeiten im Homeoffice. Die allgemeine Gefahr, sich auf dem Arbeitsweg mit Covid-19 anzustecken, stehe der Verpflichtung zum Erscheinen im Büro nicht entgegen.

Dem folgte nun auch das LAG in seinem Urteil vom 26. August 2021. Ein Arbeitgeber dürfe unter Wahrung des »billigen Ermessens« den Arbeitsort durch Weisung neu bestimmen. Hier war der Homeoffice-Arbeitsplatz weder im Arbeitsvertrag noch stillschweigend festgelegt worden. Im Februar 2021 habe auch nach der Sars-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung kein Anspruch des Arbeitnehmers auf Arbeit im Homeoffice bestanden.

Der Arbeitgeber habe die Rückkehr zum regulären Arbeitsplatz auch ausreichend begründet. So habe die technische Ausstattung am häuslichen Arbeitsplatz nicht der am Bürostandort entsprochen. Zudem habe der Arbeitnehmer nicht belegt, dass im Homeoffice die betrieblichen Daten gegen den Zugriff Dritter und der für die Konkurrenz tätigen Ehefrau geschützt waren.

Tatsächlich besteht durchaus die Möglichkeit, dass Mitarbeiter nach der Homeoffice-Pflicht vom Frühjahr dauerhaft zu Hause arbeiten können, wenn sie oder ihre Arbeitgeber keine anderen Absprachen getroffen haben. Davon sind aber erst Fälle ab dem April 2021 betroffen, weil zu diesem Zeitpunkt das Infektionsschutzgesetz geändert wurde. Der hier verhandelte Fall fand früher statt.

mamk/JurAgentur
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