Proteste in Hongkong Fluggesellschaft entlässt zwei Piloten

Die chinesische Fluggesellschaft "Cathay Pacific" hat zwei Piloten gekündigt. Sie sollen laut Medienberichten zuvor die Proteste in Hongkong unterstützt haben.

REUTERS/Tim Chong

Die chinesische Fluggesellschaft Cathay Pacific Airways hat zwei Piloten gekündigt - offenbar, weil diese die Proteste in Hongkong unterstützt hatten.

Zuvor waren die Angestellten bereits von der Arbeit suspendiert worden. "Cathay Pacific bestätigt, dass zwei Piloten in Übereinstimmung mit den Bedingungen ihrer Arbeitsverträge gekündigt wurde", hieß es in einem Statement der Airline, das dem SPIEGEL vorliegt. "Cathay Pacific stellt klar, dass wir keinerlei Meinung zu den laufenden Geschehnissen zum Ausdruck bringen", so das Schreiben der Airline weiter.

Die chinesische Luftfahrtaufsichtsbehörde hatte bereits in der vergangenen Woche von der Fluggesellschaft verlangt, alle Mitarbeiter zu suspendieren, die an den "illegalen" Demonstrationen teilnehmen.

Einer der betroffenen Mitarbeiter habe Ende Juli an einer Demonstration teilgenommen, berichtet die unabhängige Internetzeitung "Hong Kong Free Press". Der zweite Pilot habe eine Kündigung erhalten, weil er interne "Informationen des Unternehmens missbraucht" habe. Das bestätigte auch Cathay Pacific selbst.

Es könnte sich dabei um ein Foto aus dem Cockpit handeln, das der Pilot laut der Zeitung über eine Onlineplattform verbreitete. Er habe damit Demonstranten auffordern wollen, sich am Hongkonger Flughafen zu versammeln. Das Bild zeigt einen Computerbildschirm mit einer Nachricht des Unternehmens. Cathay Pacific fordert seine Mitarbeiter darin auf, wie gehabt weiterzuarbeiten - der Protest sei vorerst vorbei. Zuvor hatten Demonstranten den gesamten Flugverkehr lahmgelegt.

Der Airport hat laut einer Mitteilung vom Mittwoch zudem eine einstweilige Verfügung gegen Demonstranten erwirkt. Damit sollen "Personen davon abgehalten werden, rechtswidrig und vorsätzlich die korrekte Nutzung des Flughafens zu behindern oder zu stören", heißt es. Zudem werde damit die Beteiligung an Protesten oder Demonstrationen auf dem Gelände des Flughafens verboten.

Der Konflikt zwischen der chinesischen Regierung und Hongkong spitzt sich derweil weiter zu. Seit mehr als zwei Monaten demonstrieren Zehntausende Menschen in Hongkong. Sie legten nicht nur den Flughafen lahm, sondern lieferten sich auch Auseinandersetzungen mit der Polizei. Am Dienstag warnte das Menschenrechtsbüro der Uno, das Vorgehen der Polizei gegen Hongkonger Demonstranten berge ein "erhebliches Risiko von Todesfällen".

Die USA haben sich ebenfalls in den Konflikt eingeschaltet. Zwei US-Marineschiffe durften am Mittwoch nicht in den Hafen von Hongkong einlaufen. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump per Twitter von Truppenverlegungen der chinesischen Armee an die Grenze zu Hongkong berichtet. Das hätte ihm der Geheimdienst mitgeteilt.

lmd/Reuters/AP

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