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Jobs für Menschen mit Entwicklungsstörungen Goldman Sachs will Autisten fördern

"Uns ist klar geworden, dass wir viel proaktiver sein müssen": Goldman Sachs will den Anteil von Mitarbeitern mit Entwicklungsstörungen erhöhen. Sie sollen "ihre einzigartigen Stärken und Fähigkeiten" einbringen.
Logo der Investmentbank Goldman Sachs

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BRENDAN MCDERMID/ REUTERS

Goldman Sachs will seine Belegschaft vielfältiger aufstellen: Die US-Investmentbank will künftig mehr Autisten, Legastheniker und Menschen mit ähnlichen Entwicklungsstörungen einstellen und damit die Neurodiversität im Unternehmen fördern.

Diese potenziellen Mitarbeiter verfügten Studien zufolge oft über eine hohe Konzentrationsfähigkeit und Verlässlichkeit, schreibt Personalchef Dane Holmes in einem Post  im Karrierenetzwerk LinkedIn.

Trotzdem liege die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Störungen im Autismus-Spektrum bei rund 80 Prozent, so Holmes. Arbeitgeber und Gesellschaft entgehe damit die Gelegenheit, hochtalentierte Arbeitskräfte zu gewinnen.

Anlässlich des Welt-Autismus-Tags habe Goldman daher eine Initiative gestartet, die Betroffenen "die Chance geben soll, ihre einzigartigen Stärken und Fähigkeiten in unser Unternehmen einzubringen".

Anteil in der Belegschaft soll steigen

Ähnliche Angebote gebe es im Unternehmen bereits für Veteranen und für Menschen, die eine längere Arbeitspause eingelegt haben. Etwa drei Viertel der bislang knapp 700 Teilnehmer hätten langfristige Stellenangebote erhalten, sagte Megan Hogan, Vizechefin von Goldman Sachs und verantwortlich für die Rekrutierung.

Die Teilnehmer des Programms sollen zunächst an drei Standorten in den Abteilungen Maschinenbau, Produktionsmanagement und Compliance arbeiten, berichtet der US-Sender CNN  unter Berufung auf die Bank. Langfristig sollen Mitarbeiter mit Entwicklungsstörungen ein Prozent der Belegschaft ausmachen.

"Uns ist klar geworden, dass wir viel proaktiver sein müssen", sagte Hogan bei CNN. Andere US-Konzerne wie Goldmans Konkurrent JPMorgan Chase, IBM, Ford und Microsoft sind dem Sender zufolge bereits seit 2017 Teil einer Initiative, die die Inklusion von Menschen mit Behinderungen fördern soll.

Das Konzept der Neurodiversität zielt darauf ab, Menschen mit Entwicklungsstörungen nicht zu pathologisieren, sondern sie als Ausdruck natürlicher neurobiologischer Vielfalt wahrzunehmen. "Mit dieser Initiative wollen wir auch unsere Mitarbeiter dazu ermutigen, ihre eigenen Geschichten mit uns zu teilen und lernen, wie sie neurodiverse Personen unterstützen können", schrieb Personalchef Holmes.

mes
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