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Start-ups IT-Gründer gehen gern nach München und Berlin

Wer in Deutschland eine Hightech-Firma gründet, fühlt sich vor allem von den Stadtstaaten angezogen - und von München. Eine neue Studie zeichnet ein überraschendes Bild der IT-Gründer: Die meisten sind viel älter, als man denkt.
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Wo entstehen in Deutschland Hightech-Firmen - und unter welchen Bedingungen? Das verrät eine neue Studie des IT-Fachverbands Bitkom: Die beliebtesten Städte sind München und Berlin, dann folgen das Rhein-Main-Gebiet, Hamburg und Stuttgart.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr mehr als 8000 neue IT-Firmen gegründet. Zum Vergleich: Der Durchschnitt liegt bei jährlich 6000 neuen Gesellschaften zwischen 1995 und 2010. In den Hochburgen der Branche macht sich der Gründungsboom bemerkbar: "Mehr Fördermittel und Kapital kommen in die Stadt, man spürt eine große Euphorie", sagt zum Beispiel Sebastian Schulze, der Gründer und Geschäftsführer der UPcload GmbH in Berlin.

Setzt man die Zahlen in Bezug zur Größe einer Stadt, dann wurden in München pro 10.000 Einwohner mehr als drei Gründungen (3,52) in der Informationstechnik und Telekommunikation gezählt. In Berlin sind es 2,67 - wobei hier der Schwerpunkt auf Internet- und E-Commerce-Firmen liegen dürfte.

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Die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen führen die Gründerstatistik nach Bundesländern an, vor den Flächenländern Bayern und Hessen. Schlusslichter sind Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Die östlichen Bundesländer seien aber bei der Hardware etwas stärker, sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf.

Über die ersten vier Jahre hinweg benötigt ein erfolgreiches Start-up insgesamt etwa 700.000 Euro, wobei das Gründungsjahr selbst mit 70.000 Euro noch recht überschaubar ist. Dies unterscheide sich kaum von anderen Branchen, erläuterte Kempf.

Das Durchschnittsalter von IT-Gründern ist mit 38 Jahren relativ hoch und widerspricht dem gängigen Klischee, dass Start-ups gleich nach dem Studium gegründet werden. Viele entschieden sich erst nach längerer Berufserfahrung und aus einem gesicherten Angestelltenleben heraus für den Weg in die Selbständigkeit. Die meisten Neugründungen sind der Studie zufolge erfolgreich: Sechs von zehn Start-ups können sich nach fünf Jahren am Markt durchsetzen.

Banken spielen bei der Finanzierung mit einem Anteil von sechs Prozent im Gründungsjahr kaum eine Rolle, sagte Kempf. Diese seien wegen des hohen Risikos bei Start-ups zurückhaltend. Fast die Hälfte der Finanzierung (48 Prozent) stammt der Untersuchung zufolge aus eigenen Umsätzen, 35 Prozent aus Einlagen der Eigentümer. Weitere Quellen sind Beteiligungskapital (fünf Prozent), öffentliche Kredite und Zuschüsse (drei Prozent) sowie Verwandte und Freunde (ein Prozent). Bitkom-Präsident Kempf sprach sich dafür aus, IT-Neugründungen künftig verstärkt mit öffentlicher Forschungsförderung zu unterstützen. Die Untersuchung wurde im Auftrag des Bitkom vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erstellt.

dpa-afx/mamk
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