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08. März 2013, 08:58 Uhr

IT-Sicherheit

Die Hacker-Entdecker

Von Peter Ilg

Wo Computer sind, gibt es Hacker. Kaum eine Firma kommt deshalb ohne IT-Sicherheitsexperten aus. Wer die Vorlesungen in Kryptografie übersteht, braucht sich um die Jobsuche keine Gedanken machen.

Die Bedrohung, gegen die Andreas Mayer jeden Tag kämpfen muss, kommt in Handtaschen, Jacken oder Hosen in das Unternehmen, in dem er arbeitet. Sie ist so flach wie eine Tafel Schokolade, ähnlich groß, ähnlich schwer: Smartphones. "Sie bedrohen unsere IT-Systeme", sagt der 33-jährige Informatiker. Mayer kümmert sich beim Dübel- und Schraubenhändler Würth um sichere Datenflüsse.

Immer mehr Kunden und Lieferanten wollen ihre Smartphones an das drahtlose Internet des Unternehmens im baden-württembergischen Künzelsau anschließen. Damit sind sie schneller im Netz und können größere Datenmengen herunterladen. Doch am W-Lan hängen nicht nur Mailserver, sondern auch Scanner, mit denen Lieferungen ins System übertragen werden. Und damit Besucher das Würth-Lager nicht zum Stillstand bringen, gibt es Andreas Mayer, der Daten verschlüsselt.

Bereits mehr als die Hälfte der Mitarbeiter und Manager benutzen ihre privaten Smartphones bei der Arbeit - und deren Apps können sensible Unternehmensdaten ausspionieren. Zudem könnten vertrauliche E-Mails und Dokumente auf den Smartphones landen, die weit schlechter abgesichert sind als Firmencomputer. Der Mensch sei das schwächste Glied in der Kette, weil er zu einfache Passwörter nutze und immer wieder dieselben verwende, sagt Mayer.

Auf dem Arbeitsmarkt für IT-Experten zeigt sich die wachsende Bedrohung schon: Der Verband Deutscher Ingenieure hat ermittelt, dass IT-Sicherheitsexperten zurzeit die gefragtesten Spezialisten sind. Die IT-Sicherheit spielt eine immer größere Rolle in Unternehmen, und das nicht erst, seit Facebook, Twitter und Apple von Hackern angegriffen worden sind.

Spezielle Studienangebote für IT-Sicherheit

Die Cyber-Security braucht laufend neue Konzepte, um Hacker auszutricksen. Für das vergangene Jahr schätzte die Marktforschungsgruppe Gartner die weltweiten Ausgaben für Cyber-Security auf 60 Milliarden US-Dollar. In vier Jahren könnten es bereits 86 Milliarden US-Dollar sein. Schon jetzt arbeiten rund 60.000 bis 80.000 IT-Sicherheitsspezialisten nach Angaben des Branchenverbands Bitkom in deutschen Unternehmen.

Die Universitäten haben mit neuen Studienangeboten reagiert. Die Hochschule Albstadt-Sigmaringen etwa bietet einen Master in digitaler Forensik an, die Hochschule Aalen hat einen Bachelor in IT-Sicherheit im Programm, und in Bochum kann man gleich mehrere Studiengänge in der Richtung belegen. Der Bochumer Studiengang IT-Sicherheit richtet sich speziell an Ingenieure. Während reine Informatiker Generalisten sind, schaffen diese Experten spezielle Sicherheitslösungen, oft für Unternehmen der IT-Branche selbst. Sogar für Lehrer werden inzwischen Fortbildungskurse zur Sicherheit im Internet angeboten.

Andreas Mayer hat zunächst Informationstechnik studiert und an der Ruhr-Universität Bochum den Fernstudiengang IT-Security absolviert. Die Verschlüsselungsverfahren, die er während des Studiums gelernt hat, kann er nun auch bei seinem Arbeitgeber nutzen. Allerdings: "Geht man davon aus, dass der Angreifer unbeschränkte Ressourcen hat, kann er jedes System knacken", sagt Thorsten Holz, Professor für Systemsicherheit in Bochum.

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