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20. April 2018, 09:41 Uhr

Neuseelands Premierministerin

Im Federmantel zur Queen

Was Menschen bei Geschäftsessen tragen, ist oft ebenso wichtig wie das, was sie sagen. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat sich für einen indigenen Federmantel entschieden - und wird dafür gefeiert.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat offenbar ein Gespür dafür, wie man im Gespräch bleibt und Sympathiepunkte beim Volk einsammelt. Am Donnerstagabend gelang ihr das jedenfalls bestens, bei einem Abendessen mit der Queen.

Die 37-jährige Regierungschefin erschien zu dem Dinner im Buckingham Palace in London in einem Kahu huruhuru. Das ist ein Federmantel, den traditionell mächtige Menschen der Maori, dem indigenen Volk Neuseelands, tragen, um ihren Status und ihre Autorität zu unterstreichen, wie der "Guardian" berichtet. Ardern habe den Umhang von einem Londoner Maori-Klub geliehen bekommen.

Dass sie ihn nun beim Treffen der 53 Commonwealth-Staaten trage, sei ein stolzer Moment für Maori rund um den Globus, zitiert die Zeitung Mark Sykes, Maori-Experte im Nationalmuseum Neuseeland. "Er stand ihr so gut", sagte Sykes.

Dass Ardern weiblich und noch dazu schwanger ist, verleiht den Fotos vom Dinner eine Symbolkraft, für die sie im Netz nun gefeiert wird. Zum Beispiel auf Twitter kommentierten zahlreiche Nutzer, wie sehr sie die Bilder berührten.

Laut Neuseelands Nationalmuseum Te Papa wurden Federmäntel gewoben, weil Vögel als Botschafter zwischen Menschen und Göttern galten. Manche Weber fertigen die Umhänge bis heute. Dafür benutzen sie meist Federn von Vögeln, die im Straßenverkehr oder von Raubtieren getötet oder kommerziell gezüchtet wurden. Denn viele Vögel Neuseelands sind inzwischen geschützt.

lov

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