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Geburtshilfe Jens Spahn will Studium für Hebammen

Statt wie bisher an Hebammenschulen sollen Hebammen und Entbindungspfleger zukünftig in einem dualen Studium auf den Beruf vorbereitet werden - das fordert Gesundheitsminister Spahn. Sie bräuchten die bestmögliche Ausbildung.
Mutter mit Kind (Symbolbild)

Mutter mit Kind (Symbolbild)

Foto: Westend61/ Getty Images/Westend61

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Geburtshilfe zu einem akademischen Beruf machen. "Die Anforderungen an Geburtshilfe steigen ständig", sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe. 

Statt wie bisher an Hebammenschulen ausgebildet zu werden, sollen Hebammen und Entbindungspfleger zukünftig in einem dualen Studium auf den Beruf vorbereitet werden. Duale Studiengänge verknüpfen Vorlesungen und Seminare an einer Hochschule mit praktischer Arbeit, Studierende erwerben am Ende des Studiums einen Bachelor-Abschluss.

"Hebammen helfen beim Start ins Leben", sagte der Gesundheitsminister. "Dafür brauchen sie die bestmögliche Ausbildung - theoretisch und praktisch." Spahn setzt damit auch eine EU-Richtlinie um, nach der die Ausbildung für das Berufsfeld bis Anfang 2020 reformiert sein muss.

Der Deutsche Hebammenverband fordert schon seit Langem, die Hebammenausbildung zu akademisieren und begrüßte die Äußerungen Spahns. Eine bestmögliche Ausbildung durch ein Studium sei notwendig und gewährleiste auch künftig eine hohe Qualität in der Geburtshilfe. Bisher dauert die Ausbildung drei Jahre. Sie umfasst theoretischen und praktischen Unterricht in staatlich anerkannten Hebammenschulen und an Krankenhäusern.

Bereits im Koalitionsvertrag hatten sich auch die Parteien darauf geeinigt, die Hebammenausbildung als akademischen Beruf umzusetzen. In einigen Städten gibt es bereits solche Studiengänge.

SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach argumentierte: "Das Studium für Hebammen kann nur Angebot und nicht Pflicht sein." Viel wichtiger seien eine bessere Bezahlung von Hebammen und Kliniken für Geburten.

Seit einigen Jahren warnt der Hebammenverband zudem vor einer Verschlechterung der Hebammenversorgung. Es mangelt an Hebammen, es gibt zu wenig Kreißsäle - und das, obwohl in Deutschland immer mehr Kinder geboren werden.

Geburten in Deutschland

Jahr geborene Kinder
2011 662.685
2012 673.544
2013 682.069
2014 714.927
2015 737.575
2016 792.131
Quelle: Statistisches Bundesamt

Insgesamt hat die Zahl der Hebammen zwar zugenommen, viele von ihnen arbeiten allerdings nur in Teilzeit. Um die Geburtshilfe zu verbessern, fordern Verbände generell bessere Arbeitsbedingungen für die Hebammen, mehr Gehalt und mehr Anerkennung.

kha/AFP