Jobdoppel Her mit dem Haar, weg damit

Protokolle:

2. Teil: Verödung in der Bikinizone


  • Ulrike Maldoff: "Ich behaupte nie, dass ich schmerzfrei arbeite"

Ulrike Maldoff, 45, ist Elektrologistin

Ulrike Maldoff, 45, ist Elektrologistin

"Vor 18 Jahren habe ich mich als Kosmetikerin selbständig gemacht. Ich hatte mich auf dauerhafte Haarentfernung spezialisiert, und damals fehlte es überall an Kräften. Um mich weiter zu qualifizieren, habe ich viele Kurse absolviert und mich an Geräten ausbilden lassen, mit denen man Haare elektrisch entfernen kann. In den USA muss man den Beruf der Elektrologistin richtig erlernen - hier ist das leider nicht so.

Seit einigen Jahren kommen mehr junge Leute in meine Praxis. Am Anfang habe ich hauptsächlich das Gesicht behandelt, jetzt sind es auch Beine und Bikinizone. Ich behandle mit der sogenannten Elos-Technik und der Elektro-Epilation. Dabei werden Lichtenergie und Radiofrequenzstrom in die Haut eingestrahlt und der Haarfollikel verödet. So wachsen die Haare nicht mehr nach.

Wenn ich Beine von oben bis unten epiliere, brauche ich ungefähr dreieinhalb Stunden pro Behandlung. Dafür zahlt man zwischen 500 und 600 Euro. Aber man braucht mindestens vier bis acht Behandlungen für ein zufriedenstellendes Ergebnis.

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Von Beruf Elektrologistin: Weg mit dem Haar
Es gibt genetisch und hormonell bedingte Haartypen. Beinbehaarung ist genetisch bedingt, ein Vollbart bei einer Frau hormonell. Solche Haare sind schwieriger zu entfernen. Wenn sich das Hormonsystem verändert, durch Krankheit oder die Wechseljahre, dann können den Frauen Haare an Brust oder Kinn wachsen. Bei Männern entferne ich vor allem Haare am Rücken, früher auch auf der Brust und auf dem Bauch. Aber da sind Haare jetzt wieder in.

Vor jeder Behandlung muss ich klären, ob bei den Patienten eine Kontraindikation vorliegt, ob sie etwa schwanger sind, blutverdünnende Medikamente einnehmen oder einen Herzschrittmacher tragen - dann kann ich bei ihnen keine Haare entfernen. Ich behaupte nie, dass ich schmerzfrei arbeite. Aber ich versuche, mein Gerät zur Haarentfernung so einzustellen, dass die Behandlung so schmerzfrei wie möglich wird. Es können auch Nebenwirkungen auftreten, wie etwa starke Rötungen - aber nur dann, wenn sich der Patient nicht an die Vorschriften hält. Zum Beispiel dürfen Kunden zwischen den Behandlungen nicht in die Sonne gehen.

Ich behandle Frauen, Männer und Transsexuelle. Männer, die Frauen werden wollen, wollen schließlich keine Haare mehr im Gesicht haben. Der Bart muss also als erstes weg. Frauen, die Männer werden wollen, brauchen an den Armen haarfreie Stellen, weil die Ärzte dort Haut entnehmen, um daraus Penis und Harnröhre zu konstruieren.

Meine jüngste Kundin war 13 Jahre alt. Sie wollte einen kleinen Oberlippenflaum loswerden. Die älteste Patientin war 75. Zu mir kommen Ärzte, Studenten, aber auch Arbeitslose.

Ich mag den Kontakt zu den Kunden. Als Kosmetikerin kann ich etwas bewirken, ich kann Menschen dauerhaft helfen. Wenn sich eine Frau vor dem Spiegel das erste Mal schminken kann, weil sie keine Haare mehr im Gesicht hat - das ist ein besonderer Moment."

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