Jobsuche Bin 89 Jahre, mir ist langweilig, will arbeiten

Ein Leben als Rentner kann ganz schön öde sein. Ein 89 Jahre alter Brite machte sich deshalb per Zeitungsanzeige auf Jobsuche. Und bekam gleich mehrere Angebote.

Joe Bartley in seiner Dienstkleidung als Kellner
Bulls/ SWNS

Joe Bartley in seiner Dienstkleidung als Kellner


20 Stunden pro Woche oder ein bisschen mehr könne er arbeiten, nicht zu anstrengend sollte es sein, die Branche egal. Zweimal ließ Joe Bartley aus dem britischen Küstenstädtchen Paignton seine Suchanzeige in der Lokalzeitung veröffentlichen: "Retten Sie mich davor, vor Langeweile zu sterben", schrieb der 89-Jährige. Und er wurde fündig: Ein Bistro stellte ihn als Kellner ein.

"Egal, wie alt du bist oder welchen Hintergrund du hast - du verdienst eine Chance", sagt Bistro-Besitzerin Sarah Martin. Die meisten Menschen brächten etwas mit, man müsse diese Qualitäten nur finden und fördern, zitiert sie der britische "Guardian".

"Viele Leute kommen zu uns, um nicht nur Kaffee zu trinken, sondern auch, um sich zu unterhalten", so Sarah Martin: " Deshalb ist Joe der perfekte Mitarbeiter." Genug zu erzählen hat der 89-jährige Weltkriegsveteran schließlich. "Old soldier, airborne forces" - alter Soldat, Luftwaffe - steht in seiner Anzeige, die ihn nun zu einer lokalen Berühmtheit gemacht hat.

Er sei, sagt Joe Bartley, ein bisschen erstaunt darüber: "Ich kann das gar nicht richtig glauben, es fühlt sich großartig an!"

Seit zwei Jahren ist der 89-Jährige Witwer. Mit dem neuen Job will er etwas gegen die Langeweile in seinem Leben tun - und Geld für die Miete verdienen.

Die Arbeit im Bistro war nicht das einzige Angebot, das ihn erreichte: Auch ein Bäcker aus dem Nachbarort hatte dem Rentner eine Stelle angeboten. Die Bäckerei war Bartley allerdings zu weit von seinem Zuhause entfernt.

him

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insgesamt 35 Beiträge
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sag-geschwind 02.12.2016
1. Schön für den Mann
Nehmen wir uns ein Beispiel daran und erhöhen das Renteneintrittsalter in Deutschland auch gleich auf 92 Jahre - alle Rentenprobleme sind gelöst.
TheBear 02.12.2016
2. Keine Frage des Alters
Wann man mit Arbeit aufhören sollte ist nun wirklich keine Frage des Alters, sondern hängt nur von zwei Faktoren ab: 1. Ist die Tätigkeit zu bewältigen, was körperliche und geistige Fitness betrifft 2. Macht die Arbeit hinreichend Spass (muss aber nicht 100% sein) und ist sie sinnvoll Geld sollte eigentliche keine Rolle spielen, denn wenn man nur arbeitet, weil man das Geld braucht ist es nicht optimal.
dertorsten 02.12.2016
3. Die Platte wird jetzt sicher öfters gespielt
Wer rastet, der rostet. Von daher ist es gut, auch als alter Mensch aktiv zu bleiben. Dabei ist es eigentlich egal, ob es sich um ausgefüllte Freizeit, Ehrenamt oder Arbeit handelt. Soweit der positive Aspekt daran. Leider ist aber zu vermuten, dass mit Artikeln wie diesem schonmal medial der Ruhestand der Babyboomer vorbereitet wird. Rente mit 70, im Durchschnitt Grundsicherung a.k.a Hartz4 plus 'so wenig wie gerade opportun ist um Rentnerrandale, also Strafe an der Wahlurne, zu verhindern'.
raithk 02.12.2016
4. Menschen sind unterschiedlich
Nicht zu fassen, er will und kann mit 89 noch arbeiten, und Herr Rosberg geht mit 31 schon in Rente. Manchmal spielen natürlich auch die Finanzen eine Rolle. Deshalb brauchen wir Flexibilisierung. Zuschläge für alle die später in Rente gehen und Abschläge für Frührentner.
Sonia 02.12.2016
5. Cool
Die Arbeit war es, die den Menschen zudem machte, was er heute ist. In den USA fiel mir immer auf, welch echt Hochbetagte dort berufstätig sind. In einer großen Kanzlei war eine 86-jährige Sekretärin, in Shopingcentern viel richtig altes Verkaufspersonal. Mein Bruder lebt in den USA u. erklärt, dass dort erstmal zählt, ob der Unternehmer mit dem Menschen Geld verdienen kann. In anderen Kulturen bedient man sich dem Wissen u. der Erfahrung Alter. Hier wurde in den letzten Jahren Kahlschlag weit vor der Rente betrieben, nur große Unternehmen fangen an, die alten Hasen zurüvkzuholen u. zahlen Sondervergütungen. Für viele Alte, die sich in körperlich svhwrren Berufen kaputt schufteten, gilt das nicht. Aber, trotzdem toll, eenn sich Rentner in die Gesellschaft freieillig einbringen. Ich habe Achtung davor.
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