Initiative zu geschlechtsneutraler Sprache Berkeley verzichtet auf "Manpower"

In offiziellen Dokumenten der kalifornischen Stadt Berkeley sollen nur noch geschlechtsneutrale Wörter verwendet werden. Sprache ist mächtig, verkündete der Stadtrat.

Berkeley-Stadtrat Rigel Robinson hat eine Initiative für geschlechtsneutrale Sprache auf den Weg gebracht.
Jeff Chiu/ AP

Berkeley-Stadtrat Rigel Robinson hat eine Initiative für geschlechtsneutrale Sprache auf den Weg gebracht.


Wer künftig in der kalifornischen Stadt Berkeley in einen Kanalschacht stolpert, fällt nicht mehr in ein "manhole", sondern in ein "maintenance hole": Die Universitätsstadt führt eine geschlechtsneutrale Sprache ein. Nach einem Beschluss des Stadtrats sollen dazu mehr als zwei Dutzend Wörter in der Gemeindeverordnung ausgetauscht werden, wie mehrere US-Medien berichteten.

Stattdessen sollen künftig Formulierungen verwendet werden, die keinen Bezug zum männlichen oder weiblichen Geschlecht nehmen. Demnach heißen die Einsatzkräfte der Feuerwehr künftig "firefighter" statt "fireman" oder "firewoman", aus "manpower" wird "human effort" oder "workforce", berichtete der "San Francisco Chronicle". Auch auf die Personalpronomen "er" und "sie" wird fortan in offiziellen Dokumenten verzichtet.

https://twitter.com/RigelRobinson/status/1151324056165052416

"Sprache ist mächtig. Es ist ein kleiner Schritt, aber es ist wichtig", sagte Stadtratsmitglied Rigel Robinson, der die Initiative auf den Weg gebracht hatte. Geschlechtsneutrale Sprache verdeutliche auch, dass nicht nur Männer das Land führten. Außerdem dürften Menschen, die sich weder als männlich noch als weiblich identifizieren würden, nicht ausgeschlossen werden, so Robinson.

In Berkeley bei San Francisco leben rund 110.000 Einwohner. Die Stadt ist Sitz der renommierten University of California und bekannt für ihre fortschrittliche Politik. So führte Berkeley vor wenigen Jahren als erste US-Stadt eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke ein, um gegen den hohen Zuckerkonsum der Bevölkerung vorzugehen.

Auch in Deutschland gibt es immer wieder Debatten und Initiativen um geschlechterneutrale Sprache. So wird seit Anfang des Jahres in Hannover der gesamte städtische Schriftverkehr, also E-Mails, Pressemitteilungen oder Flyer, in geschlechtergerechter Sprache formuliert.

faq/dpa/afp



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.