Diskussion in Erlangen Gibt es die ideale Bewerbung?

Bewerbungen sind stets ein Stresstest. Womit punkten junge Akademiker wirklich? Über den perfekten Berufsstart debattiert KarriereSPIEGEL mit Experten und Studenten in Hörsälen großer Hochschulen - am Montag an der Uni Erlangen-Nürnberg, inklusive Bewerbungsmappen-Check.

Corbis


Die Aussichten sind überwiegend sonnig. Nicht für jede Branche, nicht pauschal für alle Hochschulabsolventen. Aber wer heute auf Stellenpirsch geht, trifft auf einen recht freundlichen Arbeitsmarkt. Der Fachkräftemangel spielt gut qualifizierten Einsteigern in die Karten - gerade Ingenieuren, Natur- und Wirtschaftswissenschaftlern.

Die zwei größten Hürden muss jeder aus eigener Kraft überspringen: erst mit der schriftlichen Bewerbung überzeugen, dann im Vorstellungsgespräch oder im Assessment Center. Was zählt dabei wirklich? Welche Kandidaten würden Arbeitgeber sich häkeln, wie sieht eine ideale Bewerbung aus? Um dieses Thema geht es im Sommersemester bei "KarriereSPIEGEL im Hörsaal". Zu den Veranstaltungen treffen sich Studenten und Experten an zwei großen Universitäten, zuerst am heutigen Montagnachmittag in Erlangen. Die Termine:

  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
    Montag, 10. Juni 2013, 17 Uhr (Eintritt frei)
    Großer Hörsaal im Neuen Hörsaalgebäude, Ulmenweg 18, Universitätsklinikum Erlangen
    mit Helene Endres (manager magazin), Gerhard Winkler (Trainer und Bewerbungsexperte), Giannoula Petroglou (Bosch)

  • KIT Karlsruhe
    Mittwoch, 12. Juni 2013, 17 Uhr (Eintritt frei)
    Campus Süd, Audimax, Gebäude 30.95, Straße am Forum 1, Karlsruhe
    mit Thomas Sattelberger (Ex-Personalvorstand Deutsche Telekom), Helene Endres, Gerhard Winkler, Dr. Gregor Heemann (Bosch) - mehr zu den Teilnehmern unten

Anschließend gibt einen Bewerbungsmappen-Check: Die Teilnehmer können ihre Lebensläufe und Bewerbungsunterlagen mitbringen; Personalexperten des Veranstaltungspartners Bosch und Bewerbungstrainer Gerhard Winkler prüfen sie und geben wertvolle Tipps. Wer seine Mappe checken lassen möchte, kann sich zuvor unter dieser E-Mail-Adresse anmelden.

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Bewerbungen: Wo geht's denn hier zum Job?
Bei der Diskussion geht es auch um die Frage, wann eine Bewerbung zu glatt und stromlinienförmig wirkt. Denn was Unternehmen lange selbst gepredigt haben, irritiert manche Personaler inzwischen: den Trend zu normierten Lebensläufen ultrapragmatischer Absolventen, die schnell und mit guten Noten studierten, dazu Auslands- und Praxiserfahrung anhäuften - aber sich jeden interessanten Umweg verkniffen. Kann es also auch zu perfekte Bewerbungen geben?

Diese Diskussionsteilnehmer sind bei "KarriereSPIEGEL im Hörsaal" dabei:

  • Gerhard Winkler arbeitet als Trainer und Bewerbungshelfer in Berlin. In der Reihe "Erste Hilfe Karriere" schreibt er für KarriereSPIEGEL über Berufsstart und Berufsalltag, er hat mehrere Bewerbungsbücher veröffentlicht und bloggt auf www.jova-nova.com.
  • Thomas Sattelberger war von 2007 bis 2012 Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Telekom; die gleiche Position hatte er zuvor beim Autozulieferer Continental. Sattelberger kümmert sich als Vizepräsident der EFMD (European Foundation of Management Development) in Brüssel um die Verbesserung der Manager-Weiterbildung.
  • Dr. Gregor Heemann ist erfahrener Personaler bei der Robert Bosch GmbH, genauer: Senior Vice President Human Resources im Geschäftsbereich Diesel Systeme. Er erläutert bei der Podiumsdiskussion in Karlsruhe, welche Wege das Unternehmen im Recruiting geht und wie Berufseinsteiger dort punkten.
  • Giannoula Petroglou ist Leiterin des Personalwesens im Werk Nürnberg der Robert Bosch GmbH und der Bosch Rexroth AG Nürnberg. Sie erklärt bei der Erlanger Veranstaltung, welche Bewerbungen Bosch, mit weltweit über 300.000 Mitarbeitern eines der größten deutschen Unternehmen, sich wünscht.
  • Helene Endres ist Redakteurin im Karriere-Ressort vom manager magazin und veröffentlichte zusammen mit Klaus Werle das Buch "Können Sie Chef?".
  • Beide Veranstaltungen moderiert Armin Himmelrath, KarriereSPIEGEL-Autor, freier Journalist, Buchautor und Radiomoderator aus Köln.

jol

insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
redsub 10.06.2013
1. Umstand ohne Ende
Zitat von sysopCorbisBewerbungen sind stets ein Stresstest. Womit punkten junge Akademiker wirklich? Über den perfekten Berufsstart debattiert KarriereSPIEGEL mit Experten und Studenten in Hörsälen großer Hochschulen - am Montag an der Uni Erlangen-Nürnberg, inklusive Bewerbungsmappen-Check. http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/karrierespiegel-im-hoersaal-erlangen-zur-idealen-bewerbung-a-904451.html
In Deutschland wird aus einer Bewerbung eine Zeremonie entfacht. Umstand ohne Ende. Man sollte mal nach USA schauen, wo eine Bewerbung weder Passfoto hat, noch sonstwie umständlich und aufwändig gestaltet sein muss. Und trotzdem funktioniert es besser in den USA. Hier fliegen die Bewerbungen sowieso nur in den Müll.
edith_60 10.06.2013
2. Das typisch deutsche Brimborium...
.. um Bewerbungsmappen ist Folge der meist überflüssigen Einschaltung von Personalberatern bei der Einstellung in die Aufgaben unterer und mittlerer Ebenen. Die betreffenden 'Erfüllungsgehilfen' verdienen auf beiden Seiten. Einerseits gaukeln sie eher schlicht gestrickten Mittelständlern vor, sie verfügten über besondere Gaben beim Beurteilen von Mappen-Elaboraten und deren Erfassung in Excel-Eingangslisten und andererseits offerieren sie sich wohlhabenden Bewerbern und Abgängern als kreative Mappenkünstler mit unabdingbarem Herrschaftswissen. Dabei sind die allermeisten ohnehin nichts als superteuere Anzeigenvermittler und ziehen Inserenten, die glauben anonym bleiben zum müssen, mit großformatigen Vorlagen mit Telefonhörern über den Tisch.
mcmercy 10.06.2013
3.
Ich denke auch bei Bewerbungen gilt das KISS-Prinzip. Kurzes (nicht mehr als eine Seite) Anschreiben, Lebenslauf, Kopien der letzten 2 oder 3 Arbeitszeugnisse, mehr liest sich ohnehin kein Personaler durch. Entweder passt dann das Profil oder eben nicht, alles weitere klärt sich im Vorstellungsgespräch.
Nonvaio01 10.06.2013
4. Stress nur in D
Zitat von sysopCorbisBewerbungen sind stets ein Stresstest. Womit punkten junge Akademiker wirklich? Über den perfekten Berufsstart debattiert KarriereSPIEGEL mit Experten und Studenten in Hörsälen großer Hochschulen - am Montag an der Uni Erlangen-Nürnberg, inklusive Bewerbungsmappen-Check. http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/karrierespiegel-im-hoersaal-erlangen-zur-idealen-bewerbung-a-904451.html
in jedem anderen land der Welt wird das ueber E-mail gemacht. 2 Seiten CV, keine Fotos, keine address angaben wegen diskriminirung. Arbeitszeugnis habe ich auch nur in D gehoert, totaler schwachsin aus der Zeit der Sklavenhaltung, nach dem motto, er ist gut den koennen Sie einstellen. Ich schue lieber ob die Firma zu mir passt, die Firma bewirbt sich bei mir, nicht ich bei Ihr.
mats123 10.06.2013
5. Da man in Deutschland ...
Zitat von sysopCorbisBewerbungen sind stets ein Stresstest. Womit punkten junge Akademiker wirklich? Über den perfekten Berufsstart debattiert KarriereSPIEGEL mit Experten und Studenten in Hörsälen großer Hochschulen - am Montag an der Uni Erlangen-Nürnberg, inklusive Bewerbungsmappen-Check. http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/karrierespiegel-im-hoersaal-erlangen-zur-idealen-bewerbung-a-904451.html
... auf der Bewerbung ganz vorne sein Foto platziert, ist das Foto das Entscheidende. Schöne Menschen werden deutlich bevorzugt eingestellt, es sei denn, es handelt sich um einen Job, bei dem es einzig und allein ums Können (vor allem um seltene Spezialkenntnisse) geht (Techniker, Ingenieure usw.). Ohne schöne Zähne, schöne Haare, schöne Haut usw. ist man weit hinten im Feld der Kandidaten. Zudem sollte man einen schön deutsch klingenden Namen haben. Jeder stellt halt lieber einen Herrn Hartmann ein als einen Herrn Rekalowiwocz. Man gehe nur mal die Namen deutscher Kanzler, Präsidenten oder Minister durch. Alles schön deutsch: Schröder, Schmidt, Brandt, Kohl, Merkel, Schäuble, Gabriel, Zimmermann, Köhler, Herzog, Carstensen, Steinmeier, Steinbrück, Kraft, Koch usw. Dasselbe gilt für Konzernvorstände, DAX-Chefs usw. Da sage mir noch mal einer, es gehe um Kompetenz. Lächerlich. Die Besten kommen nie an die Spitze, weil Äußeres und Name das schon verhindern. Am schlimmsten treiben es die Fernsehsender. Ist man schön und hat einen schönen deutschen Name usw., dann kann man leicht Karriere machen. Eine Sandra Maischberger, Anne Will, Maibrit Illner, Judith Rakers usw. machen daher Karriere. Würde Judith Rakers in Wirklichkeit Wilhelmine Rakowskila heißen, türfte sie bei der ARD allenfalls hinter der Kamera arbeiten.
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