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Bürowelt in Grafiken: Was wir tun, wenn der Chef reinkommt

Foto: Heyne

Büroleben in Grafiken Nudeln gibt es immer, wenn man das weiße Hemd anhat

Tortendiagramme können lustiger sein als Cartoons - wenn Katja Dittrich sie entwirft. In der Humorbranche ist sie Spezialistin für sonderbare Grafiken. Und zeigt in ihrem neuen Buch, was wir tun, wenn der Chef reinkommt.
Zur Person
Foto: privat

Katja Dittrich alias Katja Berlin hat an der TU und FU Berlin Medienberatung und Politikwissenschaft studiert und mehrere Jahre als PR-Referentin gearbeitet. Seit 2010 betreibt sie das Graphitti-Blog. In dieser Zeit hat sie mehr als 700 Grafiken erstellt und drei Bücher veröffentlicht.Graphitti-Blog: Die Welt erklärt in lustigen Bildern 

KarriereSPIEGEL: Frau Dittrich, Sie haben Ihren Job als PR-Referentin aufgegeben, um die Welt in "überwiegend lustigen Grafiken" zu erklären, wie es auf Ihren Büchern so schön heißt. Wie kam es denn dazu?

Dittrich: Tortendiagramme sind in englischsprachigen Ländern schon länger eine eigene Humorform. In Deutschland habe ich so etwas vermisst und deshalb im Sommer 2010 ein Blog gestartet, zusammen mit Peter Grünlich. Drei Monate später hatten wir schon unseren ersten Buchvertrag.

KarriereSPIEGEL: Und jetzt sind Sie hauptberuflich Erfinderin verrückter Grafiken?

Dittrich: Kann man so sagen. Ich bin jetzt seit fünf Jahren im Humorgeschäft. Auf unserem Blog gibt es schon mehr als 700 Grafiken, dazu kommen die aus unseren Büchern, da ist gerade das dritte erschienen: "Was wir tun, wenn der Chef reinkommt".

KarriereSPIEGEL: Gehen Ihnen nicht langsam die Ideen aus?

Dittrich: Nein, bestimmt nicht. Natürlich gibt es mal weniger kreative Phasen, aber nur fünf bis zehn Prozent der Ideen kommen spontan. Die meisten Grafiken entstehen, indem ich mich an den Schreibtisch setze und nachdenke. Ich gehe gezielt Themengebiete des Alltags durch und suche nach Stereotypen. Nehmen wir zum Beispiel Einkaufen im Supermarkt: Wonach sucht man dort immer besonders lange? Nach Hefe! Daraus ist eine Karte geworden, die das Herumirren durch die Supermarktgänge zeigt. Über die Jahre trainiert man solche Denktechniken.

KarriereSPIEGEL: Und warum heißt Ihr Blog ausgerechnet Graphitti-Blog?

Dittrich: Darüber ärgert sich mein Kollege Peter Grünlich heute noch! Das soll ein Wortspiel mit Graphen sein. Versteht natürlich niemand. Und merken kann man sich den Namen auch nicht. Aber gut, nun heißt es nun mal so.

KarriereSPIEGEL: Ihre erste Grafik war hoffentlich lustiger?

Dittrich: Ja, da ging es um den Reifegrad von Avocados. Wenn man sie kauft, sind sie noch zu hart. Und wenn man sie essen will, sind sie immer braun und matschig.

KarriereSPIEGEL: Kann ich bestätigen.

Dittrich: Je alltäglicher die beschriebene Situation ist, desto mehr Menschen können sich damit identifizieren. An den Reaktionen auf unserem Blog und in den sozialen Medien sehen wir immer schnell, welche Schaubilder funktionieren. Obwohl ich das schon so lange mache, bin ich immer noch überrascht.

KarriereSPIEGEL: Über welche Themen können besonders viele Menschen lachen?

Dittrich: Alles, was mit Filmen, Popkultur oder dem Büro zu tun hat, kommt gut an. Und Medienwitze sind sehr beliebt. Einer unserer erfolgreichsten ist ein Witz, in dem auch SPIEGEL ONLINE vorkommt:

Foto: www.graphitti-blog.de