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Untersuchung der Techniker Krankenkasse Doppelt so viele Anträge auf Kinderkrankengeld wie im Jahr zuvor

Eltern blieben 2021 häufiger zu Hause, weil die Kinder krank waren. Eine Auswertung der Techniker Krankenkasse liefert Gründe.
Homeoffice mit hustendem Kind, das ist gerade der Alltag vieler Arbeitnehmer in Deutschland

Homeoffice mit hustendem Kind, das ist gerade der Alltag vieler Arbeitnehmer in Deutschland

Foto: Maskot / DEEPOL / plainpicture

Das Mittagessen auf dem Herd, die nächste Videokonferenz auf der To-do-Liste, das kranke Kind auf dem Arm: Die Belastung während der Pandemie ist für viele Familien mit Kindern extrem. Die Bundesregierung hat deshalb den Anspruch auf Kinderkrankentage schon 2021 ausgeweitet .

Eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, dass viele Eltern davon Gebrauch machen. Die Anträge auf Kinderkrankengeld haben sich demnach allein im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt: Waren es im ersten Coronajahr 2020 353.000 Anträge, gab es im vergangenen Jahr 786.000. 2019 wurden 501.000 Anfragen auf Kinderkrankentage gestellt.

90 Prozent des Nettoverdienstes

Die TK geht davon aus, dass der Anstieg unter anderem mit den Coronasonderregeln für das Kinderkrankengeld zusammenhängt. Wegen der Pandemie war die Zahl der Kinderkrankentage im vergangenen Jahr von sonst zehn auf 30 pro Elternteil verdreifacht worden. Die Leistung wurde nicht nur gewährt, wenn Eltern wegen kranker Kinder nicht zur Arbeit konnten, sondern auch, wenn diese wegen eingeschränkten Schul- oder Kitabetriebs zu Hause betreut werden mussten.

Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes. Der Schul- und Kitabetrieb war im vergangenen Jahr bis weit ins Frühjahr hinein eingeschränkt.

Ähnliche Beobachtungen bei den Kinderärzten

Außerdem gab es nach TK-Angaben im Sommer eine »außergewöhnlich hohe Anzahl von Anträgen«. Die Zahlen deckten sich mit Berichten aus Kinderarztpraxen, wonach damals ein Anstieg der Virusinfekte beobachtet wurde. Die Techniker Krankenkasse hat nach eigenen Angaben knapp elf Millionen Versicherte.

flg/dpa-AFX
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