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Ungleichheit in Kitas Männliche Erzieher arbeiten häufiger befristet

Männer bekommen in deutschen Kitas seltener unbefristete Verträge. Das legt eine Studie nahe. Die Forscher glauben: In diesem Beruf herrsche männlichen Erziehern gegenüber "ein unterschwelliges Misstrauen".
Erzieher mit Kindern (Symbolbild)

Erzieher mit Kindern (Symbolbild)

Foto: Peter Kneffel/ picture alliance/dpa

Viele Eltern und Erzieher wünschen sich mehr männliche Fachkräfte in Kindertagesstätten und Kindergärten - trotzdem haben Männer größere Schwierigkeiten, in Kitas eine feste Anstellung zu bekommen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Delta-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung.

Demnach sind mehr als 90 Prozent der Fachkräfte der Auffassung, dass männliche Erzieher für die Entwicklung von Kindern wichtig sind. 62 Prozent aller befragten Eltern finden, dass die Politik sich dafür einsetzen sollte, mehr männliche Erzieher für Kitas zu gewinnen. Trotzdem hatten nur 77 Prozent der befragten männlichen Fachkräfte einen unbefristeten Vertrag - bei den Frauen waren es 91 Prozent.

"Hier gibt es eine systematische Ungleichbehandlung von Männern", sagt Carsten Wippermann, Leiter der Studie. Seine Begründung: "Obwohl der Wunsch nach mehr männlichen Erziehern da ist, lässt sich ein unterschwelliges Misstrauen gegenüber Männern in diesem von Frauen dominierten Beruf identifizieren."

So zeigte die Befragung, dass immerhin 32 Prozent der Eltern schon mal an die Gefahr eines Missbrauchs durch männliche Erzieher gedacht haben. "Dass auch Frauen Kinder misshandeln könnten, wird dagegen oft ausgeblendet", so Wippermann.

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