Streit um Gehaltslisten US-Arbeitsministerium verklagt Google

Google macht seit Jahren Geschäfte mit der US-Regierung. Doch nun klagt das Arbeitsministerium gegen den Konzern und droht, alle Verträge aufzuheben - wenn Google die Gehälter von Mitarbeitern nicht preisgibt.

Hauptsitz von Google im kalifornischen Mountain View
AFP

Hauptsitz von Google im kalifornischen Mountain View


Das US-Arbeitsministerium hat Klage gegen Google eingereicht. Der Internetkonzern solle endlich vertrauliche Daten über seine Mitarbeiter offenlegen, fordert die Behörde.

Das sei nötig, um sichergehen zu können, dass Google niemanden aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder sexueller Orientierung diskriminiere, teilte das Arbeitsministerium am Mittwoch mit.

Per Gesetz dürfe die US-Regierung nur Verträge mit Unternehmen abschließen, die diese Auflage erfüllten. Google weigere sich jedoch seit Monaten, die erforderlichen Daten herauszugeben.

Google teilte mit, man engagiere sich für mehr Diversität am Arbeitsplatz und habe bereits Hunderttausende Daten an die Behörden weitergeleitet. Doch manche Forderungen des Ministeriums gingen zu weit und verletzten die Privatsphäre der Mitarbeiter, schreibt das Unternehmen, dem Kritiker allzu viel Freizügigkeit mit den Daten seiner Nutzer vorwerfen.

Es gehe um Tausende Angestellte, die Google in seiner Zentrale in Mountain View, Kalifornien, beschäftigt, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Die Behörden hatten bereits im vergangenen Juni um interne Daten gebeten, darunter Namen, Einstiegsjobs, Einstiegsgehälter und Kontaktdaten von Mitarbeitern.

Sollte sich der Konzern weiter gegen die "Routineüberprüfung" sperren, fordert das Ministerium eine gerichtliche Anordnung, die sämtliche Verträge von Google mit der Regierung für nichtig erklärt und auch bis auf weiteres keine neuen Verträge zulässt.

Google habe mehrere Verträge mit der US-Regierung geschlossen, unter anderem einen Werbevertrag, der dem Unternehmen seit Juni 2014 mehr als 600.000 Dollar eingebracht habe, schreibt das Arbeitsministerium in seiner Klageschrift.

lov/AP

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