Geplantes Gesetz Gut möglich, dass Firmen Frauen bald gerechter bezahlen müssen

Seit Monaten blockiert die Union ein Gesetz, das Frauen zu gerechteren Löhnen verhelfen soll. Auf dem Koalitionsgipfel könnte es nun eine Einigung geben.

Frauen im Büro (Symbolbild)
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Frauen im Büro (Symbolbild)


Der lange Streit um ein Gesetz zu mehr Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen könnte bald passé sein. Die große Koalition steuert einen Tag vor ihrem Gipfeltreffen offenbar auf eine Einigung zu. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch und berief sich dabei auf Koalitionskreise.

Demnach wurde aus den Kreisen ein entsprechender Bericht der "Bild"-Zeitung im Grundsatz bestätigt. "Das geht in die richtige Richtung", hieß es. Das Gesetzesvorhaben steht ebenso wie andere Streitthemen auf der Tagesordnung eines Spitzentreffens der Koalition am Donnerstag ab zwölf Uhr.

Daran nehmen Bundeskanzlerin Angela Merkel, der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer, SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel sowie die Fraktionsvorsitzenden und mehrere Fachminister teil. Neben der Entgeltgleichheit soll es auch um die Zukunft der Rente und neue Sicherheitsgesetze gehen.

Frauen arbeiten öfter in Teilzeit

Im Streit um die Lohngerechtigkeit könnte eine Lösung so aussehen, dass Firmen ab 200 Mitarbeitern künftig gleiche Bezahlung für gleiche Posten von Frauen und Männern nachweisen und dokumentieren. So berichtet es die "Bild"-Zeitung. Ausgenommen seien Betriebe, die gültige Tarifverträge abgeschlossen haben - darin ist die Gleichbezahlung ohnehin festgeschrieben.

Das Vorhaben wurde insbesondere von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig vorangetrieben. Die Union dagegen begründete ihre Ablehnung unter anderem mit zu viel bürokratischem Aufwand.

Laut Statistischem Bundesamt liegt der Bruttostundenverdienst von Frauen im Querschnitt durch alle Berufe und Qualifikationen um 22 Prozent unterhalb des Verdienstes von Männern.

Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass Frauen viel öfter in Teilzeit arbeiten als Männer und häufiger Jobs in schlechter bezahlten Branchen haben, etwa in der Pflege oder der Kinderbetreuung. Werden diese Faktoren heraus gerechnet, verdienen Frauen im Schnitt aber immer noch weniger als Männer.

lov/AFP

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