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TK-Auswertung der Corona-Zeit Krankmeldungen steigen nur leicht

Im Corona-Jahr 2020 gibt es laut der Techniker Krankenkasse bislang nicht mehr Krankheits-Fehltage bei Arbeitnehmern als in den Vorjahren. Weniger Menschen erkälten sich, dafür steigen die psychischen Erkrankungen.
Temperaturkontrolle als Vorsorgemaßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus (Symbolbild)

Temperaturkontrolle als Vorsorgemaßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus (Symbolbild)

Foto: Luis Alvarez / Digital Vision / Getty Images

Im vergangenen halben Jahr achteten die Menschen in Deutschland vermutlich aus Sorge vor einer Covid-19-Erkrankung besonders gut auf ihre Gesundheit. Der umfassende Schutz vor den Corona-Viren schlägt sich nun auch positiv in der Krankheitsstatistik nieder: Die Krankmeldungen sind laut einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) im ersten Halbjahr nicht gestiegen. Der Krankenstand der bei der TK versicherten Arbeitnehmer lag im Schnitt aller Arbeitstage von Januar bis Juni 2020 bei 4,4 Prozent – das entspricht ungefähr dem Wert der Vorjahre; 2019 lag er im Vergleichszeitraum bei 4,4 Prozent, 2018 bei 4,5 Prozent.

Fast ein Fünftel fehlte wegen psychischer Diagnosen

Wegen einer Covid-19-Erkrankung fehlten dabei nur wenige; im März hatten nur 0,3 Prozent der Krankgemeldeten diese Diagnose, im April waren es 0,7 Prozent und im Juni nur 0,2 Prozent. TK-Chef Jens Baas sagte, erfahrungsgemäß meldeten sich zum Sommer weniger Menschen krank. "Hinzu kommt, dass die Abstands- und Hygieneregeln offensichtlich Wirkung zeigen. Sie reduzieren ja nicht nur die Ansteckungsgefahr durch Covid-19, auch andere Erkältungs- und Infektionskrankheiten haben weniger Chancen, sich zu verbreiten." Zudem seien Sportverletzungen und Wegeunfälle zurückgegangen. Zugenommen hätten vor allem psychische Diagnosen, die im ersten Halbjahr 18,7 Prozent des gesamten Krankenstands ausmachten.

Ausgewertet wurden die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von 5,3 Millionen bei der Kasse versicherten Erwerbstätigen. Die Bescheinigungen sind vorgeschrieben, wenn Beschäftigte länger als drei Tage fehlen.

Noch im Mai hatte die Techniker Krankenkasse für den März 2020 ein Rekordhoch beim Krankenstand vermeldet: In dem Monat lagen die Fehltage wegen Krankschreibungen so hoch wie zuletzt vor 20 Jahren, nämlich bei gut 6,8 Prozent. Die Kasse erklärte die überdurchschnittliche Zahl mit präventiven Krankmeldungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus. Dieses Verhalten entwickelte sich jedoch nicht zum Trend - in der Rückschau auf das gesamte erste Halbjahr 2020 gleicht sich der März wieder aus. 

Auch die Kaufmännische Krankenkasse, die rund 1,7 Millionen Versicherte in Deutschland hat, hatte den März als Rekordmonat gemeldet - mit einem Krankenstand von 7,1 Prozent (Vorjahr: 5,6 Prozent). Vor allem bei den Frauen wurde ein Höchststand registriert - insbesondere in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit Spitzenwerten von rund zehn Prozent. Auffällig war auch hier, dass die Zahl der psychischen Erkrankungen deutlich stieg: Im ersten Halbjahr 2020 waren es rund 26.700 Fälle diesbezüglicher Krankmeldungen, fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. 

mh/dpa
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