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Corona, Grippe, Erkältung Telefonische Krankschreibung bis Ende März verlängert

Die Sonderregel sollte Ende November auslaufen, nun bleibt die Krankschreibung per Telefon bis 31. März 2023 möglich. Die Maßnahme soll Arztpraxen vor allem in der Grippe- und Erkältungszeit entlasten.
Bei leichten Beschwerden ist eine Krankschreibung weiterhin vom Sofa aus möglich (Symbolfoto)

Bei leichten Beschwerden ist eine Krankschreibung weiterhin vom Sofa aus möglich (Symbolfoto)

Foto: Guido Mieth / Getty Images

Angesichts der Coronakrise und der Grippesaison bleiben Krankschreibungen wegen Erkältungsbeschwerden noch bis ins Frühjahr auch telefonisch möglich – ohne deswegen persönlich eine Arztpraxis aufsuchen zu müssen. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken beschloss eine bis Monatsende laufende Sonderregelung bis 31. März 2023 zu verlängern. Versicherte können Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wegen leichter Atemwegserkrankungen damit weiterhin für bis zu sieben Tage nach telefonischer Befragung durch Ärztinnen und Ärzte bekommen. Diese können zudem für bis zu sieben Kalendertage verlängert werden. Einmal im Quartal muss dennoch weiterhin die Versichertenkarte bei der Ärztin vorgezeigt werden. Nur zum Teil ist das elektronisch oder per Telefon möglich.

Unklare Coronalage, nahende Grippe- und Erkältungszeit

Der Gemeinsame Bundesausschuss erläuterte, im Moment sei schwer vorherzusagen, wie sich die Fallzahlen von Coronaerkrankten in den Krankenhäusern in den kommenden Monaten entwickelten. »Erschwerend kommt aber hinzu: Wir stehen vor der Erkältungs- und Grippesaison«, sagte der Vorsitzende Josef Hecken. Das spreche dafür, auf Sicherheit für Patientinnen, Patienten und das Praxispersonal zu setzen.

Hecken wies vor allem auf chronisch Kranke hin, die öfter als andere in Arztpraxen gehen müssten und besonders vor vermeidbaren Infektionen zu schützen seien. Mit der telefonischen Krankschreibung hätten Praxen nun weiterhin eine einfach umsetzbare Möglichkeit, leichte und schwere Krankheitsfälle voneinander abzugrenzen und volle Wartezimmer zu vermeiden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der gemeldeten Corona-Neuinfektionen gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mit 199,2 an – nach 203,4 gemeldeten neuen Fällen pro 100.000 Einwohner am Vortag und 262,3 vor einer Woche. Diese Angaben liefern aber nur ein sehr unvollständiges Bild. Experten gehen von vielen nicht erfassten Fällen aus – vor allem, weil nicht alle Infizierte PCR-Tests machen, aber nur diese in der Statistik zählen. Die Gesundheitsämter meldeten zuletzt 162 Todesfälle (Vorwoche: 175) innerhalb eines Tages.

Einige Bundesländer verabschieden sich von Isolationspflicht bei Coronaerkrankung

In die Diskussion um den Wegfall von Alltagsauflagen fällt derzeit auch die Entscheidung mehrerer Bundesländer, die Isolationspflicht für Coronainfizierte zu streichen. Wer sich infiziert hat, muss sich nicht mehr überall in Deutschland in Isolation begeben: Bayern und Baden-Württemberg hatten entsprechende Regeln am Mittwoch abgeschafft, am Donnerstag folgte Schleswig-Holstein. Auch in Hessen gibt es solche Pläne. Das Vorgehen der Länder wurde unter anderem von Patientenschützern und Gewerkschaftern kritisiert. Vor allem Rufe nach einem gemeinsamen Vorgehen der Länder wurden laut.

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Kassenärzte-Chef Andreas Gassen kritisierte im Redaktionsnetzwerk Deutschland etwa einen sich abzeichnenden Flickenteppich bei den Schutzregeln. »Das alles spricht dafür, dass die Politik nun über einen geordneten und einheitlichen Übergang nachdenken sollte, Corona wie andere endemische Erkrankungen zu behandeln, auch wenn die WHO die Pandemie noch nicht für weltweit beendet erklärt hat«, sagte Gassen.

flg/dpa-AFX
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