Lehrerin vor Gericht 237.000 Euro zu viel Gehalt - und angeblich nichts gemerkt

2009 ging eine Düsseldorfer Lehrerin in Teilzeit - bekam aber jahrelang weiter ihr volles Gehalt. Angeblich hat sie den Abrechnungsfehler nie bemerkt. Ein Richter glaubte ihr.

Lohn für Teilzeit oder Vollzeit? Da kann man schon mal durcheinanderkommen
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Lohn für Teilzeit oder Vollzeit? Da kann man schon mal durcheinanderkommen


Das hoch verschuldete Land Nordrhein-Westfalen hat einer Teilzeitlehrerin sechs Jahre lang versehentlich Vollzeitbezüge gezahlt - obwohl sie statt zuvor 41 nur noch 18 Stunden pro Woche arbeitete. Die Pädagogin kassierte und kassierte, bis sie pensioniert wurde.

In all den Jahren hatte sie das Landesamt für Besoldung nicht über den Fehler informiert - weil sie ihn gar nicht bemerkt habe, argumentierte die Lehrerin vor dem Düsseldorfer Amtsgericht. Dort war sie wegen Betrugs angeklagt. Sie hätte, so der Staatsanwalt, das Amt auf die zu hohen Zahlungen hinweisen müssen. Dazu sei sie als Beamtin verpflichtet gewesen.

Das Amtsgericht sah die Sache am Montag milder: Wenn die heute 65-jährige Pädagogin die zu viel kassierten 237.000 Euro zurückzahle, könne die Sache wegen Geringfügigkeit eingestellt werden, sagte der Richter. Schließlich sei das Ganze nicht ihr Fehler gewesen.

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him/dpa



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