Streit zwischen Lufthansa und Gewerkschaft Studenten kommen bald wohl schwerer an Kabinenjobs

Bisher konnten Studierende recht einfach bei der Lufthansa als Flugbegleiter anheuern. Damit dürfte bald Schluss sein: Das Modell "Study and Fly" wird nicht verlängert.

Lufthansa: Modell "Study and Fly" nicht verlängert
Inga Kjer/ DPA

Lufthansa: Modell "Study and Fly" nicht verlängert


Der Konflikt zwischen der Lufthansa und der Flugbegleitergewerkschaft UFO bedroht die Jobs von Studenten und Teilzeitkräften. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, gibt es unter dem Namen "Study and Fly" bei der Firma ein flexibles Arbeitsmodell, das auf diese Gruppe zugeschnitten ist. Es erlaubt, nur wenige Tage im Monat als Flugbegleiter in der Kabine zu arbeiten und häufig erst kurz zuvor zu entscheiden, welches Datum man dafür auswählt.

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Das Abkommen läuft Ende Dezember aus, der Konzern wollte es schon im April verlängern. Dazu kam es nicht, weil die UFO-Vertreter die Vereinbarung nur im Rahmen eines übergreifenden, von ihnen unlängst gekündigten Tarifvertrags fortschreiben wollen.

Dazu aber verweigert die Lufthansa Gespräche, weil sie die Kündigung und die Vertretungsbefugnis der amtierenden UFO-Vorstände anzweifelt. Beide Seiten weisen sich gegenseitig die Schuld am drohenden Auslaufen der beliebten Teilzeitregelung zu. Die UFO-Funktionäre wollen trotzdem nicht aufgeben und streben eine "Nachfolgeregelung" an.

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Seite 1
libily 14.06.2019
1. Jobkiller Gewerkschaft
Ist bei Weitem nicht der einzige Fall, in dem Gewerkschaften Jobs und Jobmöglichkeiten zerstören.
Stäffelesrutscher 14.06.2019
2.
Zitat von libilyIst bei Weitem nicht der einzige Fall, in dem Gewerkschaften Jobs und Jobmöglichkeiten zerstören.
Sie haben wohl erstens nicht gelesen, dass die Lufthansa nicht mit UFO verhandeln will. Und zweitens fallen die Jobs ja nicht weg, sondern die Schichten werden nur anders verteilt. Was ich mich angesichts des dürftigen Artikels frage: Wie musste man sich das in der Praxis vorstellen, wenn Teilzeitkräfte sich »häufig erst kurz zuvor« entscheiden durften, »welches Datum man dafür auswählt«? - Student Meier ruft an: »Ich habe mich entschieden, am 27.6. nach New York zu fliegen.« - Diensteinteiler: »Okay, dann nehme ich die Vollzeitstewardess Müller aus dem Dienst raus und schicke sie nach Nowosibirsk. Guten Flug, Herr Meier!« Oder sah es eher so aus, dass Spitzen abgedeckt werden sollten, nachdem die Vollzeitler schon voll verplant waren? Student Meier ruft an: »Ist am letzten Juniwochenende noch was frei?« - Diensteinteiler: »27.6. Frankfurt - New York, 28.7. Frankfurt - Nowosibirsk, 28.7. Paderborn - Mallorca.« - Student Meier: »Dann nehme ich New York.« (Bitte jetzt keine Diskussion darüber, ob LH Paderborn oder Nowosibirsk anfliegt: das ist symbolisch gemeint.)
quark2@mailinator.com 14.06.2019
3.
Zitat von StäffelesrutscherSie haben wohl erstens nicht gelesen, dass die Lufthansa nicht mit UFO verhandeln will. Und zweitens fallen die Jobs ja nicht weg, sondern die Schichten werden nur anders verteilt. Was ich mich angesichts des dürftigen Artikels frage: Wie musste man sich das in der Praxis vorstellen, wenn Teilzeitkräfte sich »häufig erst kurz zuvor« entscheiden durften, »welches Datum man dafür auswählt«? - Student Meier ruft an: »Ich habe mich entschieden, am 27.6. nach New York zu fliegen.« - Diensteinteiler: »Okay, dann nehme ich die Vollzeitstewardess Müller aus dem Dienst raus und schicke sie nach Nowosibirsk. Guten Flug, Herr Meier!« Oder sah es eher so aus, dass Spitzen abgedeckt werden sollten, nachdem die Vollzeitler schon voll verplant waren? Student Meier ruft an: »Ist am letzten Juniwochenende noch was frei?« - Diensteinteiler: »27.6. Frankfurt - New York, 28.7. Frankfurt - Nowosibirsk, 28.7. Paderborn - Mallorca.« - Student Meier: »Dann nehme ich New York.« (Bitte jetzt keine Diskussion darüber, ob LH Paderborn oder Nowosibirsk anfliegt: das ist symbolisch gemeint.)
In jedem Fall ein smarter Move der LH um an Talente zu kommen, nicht nur bzgl. der Steward(essen)rolle, sondern gerade auch für später, nachdem diese Studenten in diversen Fächern ihren Abschluß gemacht haben. Keine dumme Sache. Was die Gewerkschaften angeht ... tja, schwierig. Wenn man sich ansieht, was aus Air Berlin geworden ist, dann fragt man sich natürlich, ob es die Firma noch gäbe, wenn deren Leute nicht um Geld gestreikt hätten, welches objektiv nicht vorhanden war. Noch 1990 war der soziale Friede in DE so groß, daß Streiks sich meist erübrigten und Firmen wie die Lufthansa, die Deutsche Bahn, die Deutsche Post, also inkl. Telefonie, waren alle staatlich und boten einfachen Mitarbeitern eine soziale Absicherung, die heutzutage nahezu utopisch anmuten muß. Die Privatisierung hat nicht nur das Leben dieser Mitarbeiter und ihrer Familien härter gemacht, sie hat auch dazu geführt, daß es nun Streiks im Personentransport in DE gibt, so daß man sich jetzt nicht mehr darauf verlassen kann, daß Züge und Flugzeuge auch zum Einsatz kommen. Der Markt drückt den Preis eben leider immer soweit nach unten, daß es allen Beteiligten weh tut. Mag ökonomisch opitmal sein, aber nicht in anderer, menschlicher, Beziehung. Und nein, das soll nicht heißen, daß Planwirtschaft das non plus ultra ist.
Malenama 15.06.2019
4. Betroffene Studentin
Ich bin Studentin und fliege für Lufthansa seit 2,5 Jahren. Lieber Herr Stäffelesrutscher, Ihre Darstellung entspricht nicht der Realität des Study and fly Modells. Wir fliegen das, was im System übrig bleibt oder wir requesten und einen Umlauf. Somit nehmen wir den Vollzeit Kollegen keine Flüge weg. Für mich und viele andere Kollegen ist dieser Verlust das Ende für eine weitere Beschäftigung, da wir in unser altes Modell (83%) zurück fallen. Dies ist neben einem Vollzeitstudium nicht realisierbar. Es macht mich sehr traurig, dass wir diesem Streit ausgeliefert sind und es so viel Unstimmigkeiten gibt... ich hoffe inständig, dass sich die Lage beruhigt und es für alle SMK Kollegen eine Lösung geben wird! :( #studyandfly
MissMorgan 15.06.2019
5. @ quark2@mailinator.com
Der Markt drückt die Preise nach unten? haben Sie sich mal die Vorstandsgehälter angeschaut? Rechnen Sie einmal nach, wieviel Geld in Prestigeprojekte gesteckt wurden. Wieviel Geld verbrannt wurde, weil ein bewährtes System ohne Not umgemodelt wurde, zwei Jahre später wieder und jetzt erneut. Natürlich mit Verlust an Qualität. Dafür sind dann Mitarbeiter demotiviert und ausgebrannt.
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