Neue Chance Madrid bietet Prostituierten Stipendien an

Mit einem Stipendienprogramm in Höhe von 76.500 Euro will Spaniens Hauptstadt Madrid Prostituierte von der Straße holen. Die Frauen sollen durch eine Berufsausbildung neue Jobs bekommen.

Sexarbeiterin in Madrid
REUTERS

Sexarbeiterin in Madrid


Sie wissen nicht, wie sie sich einen Zugang zum Bildungssystem verschaffen können, wie sie eine andere Arbeit finden können und aus ihrem Gewerbe herauskommen. Madrid will Prostituierten nun helfen, ein neues Leben jenseits des Straßenstrichs zu beginnen.

Die spanische Hauptstadt bietet 31 Sexarbeitern Stipendien in Höhe von 76.500 Euro an, wenn sie eine Berufsausbildung absolvieren, wie verschiedene Medien, zum Beispiel "El Mundo", berichten.

"Ohne Ausbildung und Qualifikationen können Menschen in die Prostitution getrieben werden. Für sie ist es besonders schwer, da wieder herauszukommen", heißt es in einem Statement der Stadt. Daher sei es wichtig, Sexarbeiter in einem anderen Beruf auszubilden, nur so finden sie erfolgreich einen Weg aus der Prostitution.

Die 31 Frauen, die sich für das Stipendium qualifiziert haben, werden für verschiedene Berufe ausgebildet, etwa als Zimmermädchen, Küchenassistentin oder Reinigungskraft. Ihre Ausbildung umfasst je 300 Stunden Theorie- und Praxisunterricht. Dabei werden auch persönliche und soziale Fähigkeiten gestärkt, die Frauen erhalten beispielsweise ein Kommunikationstraining.

Prostitution ist in Spanien nur in speziellen Gebieten verboten, etwa in der Nähe von Schulen oder an Bus- und Bahnhaltestellen.

kha



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