Management-Talente Die härteste Präsentation ihres Lebens

McKinsey und manager magazin suchen die Führungskräfte der Zukunft, im Wettbewerb "CEO of the Future". Wer sich jetzt bewirbt und es ins Finale schafft, könnte schon bald mit kniffligen Fragen gelöchert werden - und einen von Deutschlands Topmanagern zum Mentor bekommen.

Corbis

Claudia Herrmann hat es nicht ganz aufs Siegertreppchen geschafft. Im November 2009 nahm sie am Wettbewerb "CEO of the Future" der Unternehmensberatung McKinsey teil und zog in die Endrunde ein. Für eine Topplatzierung reichte es dann aber nicht. Trotzdem klingt es nicht wie eine artige Phrase, wenn sie sagt: "Die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, waren einzigartig."

Gut, sie kehrte auch nicht mit leeren Händen heim. Sie gelangte bei dem Wettstreit angehender Führungskräfte unter die besten zehn. Unter denen sind auch die drei Sieger, ansonsten gibt es in dieser Gruppe keine Abstufungen.

Eine der Schlüsselerfahrungen für die damals 32-jährige Herrmann war die Abschlusspräsentation, Auge in Auge mit einigen der profiliertesten Vorständen in Deutschland. Es entspann sich eine intensive Diskussion, die für Herrmann zu den wichtigsten Lektionen ihres Berufslebens zählt: "Es war ungemein lehrreich live zu erleben, wie Vorstände über komplexe Business-Themen nachdenken."

Seitdem sie das geschafft hat, geht sie in ihrem Berufsalltag viel selbstbewusster in Präsentationen, weil sie weiß, was sie dort erwartet. "Sehr oft bin ich einfach schon einen Schritt voraus", sagt Herrmann. Seit 2010 arbeitet sie im weltweiten Controlling des Düsseldorfer Chemieriesen Henkel.

Ein Mentor aus der Chefetage

Außerdem darf sie sich - wie alle unter den besten zehn - Rat bei einem persönlichen Mentor holen. "Insbesondere das Durchsprechen von Karriereoptionen hat mir sehr geholfen, als kurz nach dem Wettbewerb der Abschluss meines MBA-Studiums und der berufliche Wiedereinstieg anstand", sagt Herrmann. In ihrem Fall ist der Ratgeber Herbert Henzler, ehemaliger Europa-Chef von McKinsey.

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CEO of the Future: Die Jury
In der Neuauflage des Wettbewerbs, die gerade begonnen hat, wird Henzler auch diesmal als Jurymitglied den Teilnehmern knifflige Fragen stellen und die Schwachpunkte ihrer Präsentationen offenlegen. Abermals müssen sie in Teams Lösungen für Managementprobleme erarbeiten und anschließend verteidigen.

Beim Finale Anfang November in Kitzbühel werden nicht nur Henzler und der derzeitige Deutschland-Chef von McKinsey, Frank Mattern, die Führungstalente auf Herz und Nieren prüfen, sondern auch Topmanager der Partnerunternehmen, darunter Bayer, Credit Suisse, Ergo, Henkel, Metro und Porsche. manager magazin und SPIEGEL ONLINE sind Medienpartner der Aktion.

Im Mittelpunkt stehen Young Professionals mit bis zu vier Jahren Berufserfahrung, aber auch examensnahe Studierende sowie Doktoranden mit viel Praxiserfahrung. Erstmalig können die Teilnehmer im Rahmen des Wettbewerbs ein umfassendes Trainingsprogramm absolvieren, das sie fit für künftige Management-Herausforderungen machen soll.

Eigenes Handeln als Manager hinterfragen

Anders als in den Vorjahren läuft die Vorauswahl nicht über ein Strategiespiel. In der ersten Runde sind die Kandidaten stattdessen aufgefordert, in einem Essay nach angelsächsischer Tradition ihre Fähigkeit zu kritischem Denken zu beweisen. Nach den Finanz- und Wirtschaftskrisen gilt es auch in diesem Wettbewerb, das Handeln als Manager zu hinterfragen.

Einsendeschluss für den Wettbewerb ist der 25. Mai. Die besten Bewerber werden danach zu Auswahlworkshops eingeladen, wo sie sich für die zweite Runde qualifizieren können. Die 20 überzeugendsten Kandidaten erreichen das Finale - und dürfen am 5. November in Kitzbühel vor die Konzernchefs treten und zeigen, was sie draufhaben. Die drei Besten erhalten Karrierebudgets in Höhe von 7000, 5000 und 3000 Euro sowie ein persönliches Mentoring von einem der Jurymitglieder.

Bereits die regionalen Auswahlrunden fand Claudia Herrmann spannend. Nicht auf eine Truppe uniformer Karrieristen traf sie da, sondern auf "interessante Persönlichkeiten mit sehr unterschiedlichem Hintergrund - nicht nur BWLer". Zum Beispiel ist Friedrich Foerster, Sieger von 2009, Humanmediziner und spielt in Münster Theater; der Drittplatzierte, Maschinenbauingenieur Florian Hürlimann, betreibt in seiner Freizeit Fallschirm-Formationsspringen.

Da ist Claudia Herrmann schon näher dran am Manager-Klischee: Sie hat International Management studiert und spielt Golf. Allerdings nicht aus Standesdünkel, sondern aus sportlicher Begeisterung. Sie ist Mitglied des Düsseldorfer Golf-Bundesligisten DGC - und hat ein Klasse-Handicap von 4.

Informationen zum CEO of the Future finden sich im Internet unter www.future-ceo.de,
bei E-fellows oder auf der Facebook-Fanpage zum Wettbewerb.

Mehr in der KarriereSPIEGEL-Themenwoche "Manager von morgen":

Montag - Talentwettbewerb: Führungskräfte der Zukunft gesucht
Dienstag - Manager-Ausbildung: "BWL ist Gehirnwäsche"
Mittwoch - Sozialunternehmer: Erfolg macht verdächtig
Donnerstag - Porsche-Chef Müller: Wie man Top-Talente erkennt
Freitag - Eliten: Obskure Netzwerke
Samstag - Brief an junge Manager: Was Fredmund Malik rät
Sonntag - Interview: "BWLer müssen vor allem büffeln"

mamk/kw



insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
nixkapital 04.04.2011
1. Hm....
Zitat von sysopMcKinsey und manager magazin suchen die Führungskräfte der Zukunft, im Wettbewerb "CEO of the Future". Wer sich jetzt bewirbt und es ins Finale schafft, könnte schon bald mit kniffligen Fragen gelöchert werden - und einen von Deutschlands Topmanagern zum Mentor bekommen. http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/0,1518,754424,00.html
....immer wieder dieses Aufblasen der Bedeutung von irgendwelchen Krämern....
hasimen 04.04.2011
2. ... mit Ansage :
Das ist "Schaumschlagen" mit Ansage. ( siehe Westerwelle = Vollversager ) Bedauerlicherweise bezahlen wir das auch noch mit unseren Steuergeldern ! Eine Person mit ausgemachten Führungsqualitäten hat zunächst mal ethische Gründsätze zu verinnerlichen, was selbt dem Pabst nicht immer gelingt. Von geldgierigen Wichtigtuern ist das wohl kaum zu erwarten.
Lugger 04.04.2011
3. Sprücheklopfer und Abgraser
"Mein" Konzern hat einen Ex-McKinsey Berater als "CEO". Ausser Sprücheklopfen zu neuen Strategien, alles auf einer abstrakten Metaebene und in verquerem "DEnglisch", kommt da nichts. Konkret sind nur die unrealistischen Wachstums- und Renditeziele für die mittlere und untere Führungsebene. Der "CEO" bleibt. solange er die wachsenden Leichenberge im Keller verstecken kann. Dann wird der nächst Konzern gekapert.
zynik 04.04.2011
4. hauptsache irgendwas mit CEO
Zitat von nixkapital....immer wieder dieses Aufblasen der Bedeutung von irgendwelchen Krämern....
Jepp, wer es nötig hat. Je intensiver diese Aufplusterei betrieben wird, desto schneller wir deutlich, dass man es im Grunde mit armen Würtschen zu tun hat. Früher wollten die Kinderchen Astronaut oder Lokführer werden, heute eben CEO.
olli0816 04.04.2011
5. Wenig Aussagen im Artikel
So wie der Artikel aufgebaut ist, sollen wohl Berufseinsteiger mit Studium animiert werden, an diesem Wettbewerb teilzunehmen - nennen wir es mal Werbung. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, auf die Wettbewerbsseite zu gehen und mir die Vorjahressieger anzusehen. Letztendlich sind es Menschen, die alle Klischees erfüllen, die man von einem McKinsey-Berater erwartet. Leider steht nicht drinnen, warum sie sich ausgezeichnet haben, was der Ausschlag für die herausragende Stellung und dem Sieg wirklich war. Dafür dürfen wir erfahren, dass einer Fallschirmspringer ist - ole. Wettbewerbe, um geeigneten Nachwuchs zu finden sind sicher sehr sinnvoll. Ich habe aber eher den Eindruck, dass hier konforme Leistungsmaschinen gesucht werden, die mit einem Studiumabschluß besser 1,2 ihre Fron brav vollbringen, aber dadurch keine Ecken und Kanten mehr haben. Wenn ich mir die wirklich guten Managertypen anschaue, dann waren die häufig studiumstechnisch nicht wirklich toll. Da spreche ich z.B. von Leuten wie Steve Jobs und Bill Gates. Was wir 2030 und früher brauchen, sind nicht gelackte uniformierte Einheitsdiplomanten, sonder Leute mit Ideen, Ausdauer, Abenteuergeist und Kreativität, die es schaffen, neue Technologien an den Markt zu bringen und nebenbei erstklassige Arbeitsplätze zu schaffen, die sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Unternehmen hochprofitabel sind. Wenn ich mir die Nieten in den Banken oder bei großen Firmen anschaue wie z.B. Siemens (Bestechungsvorwürfe), dann hab ich da so meine Zweifel, ob das die richtigen Personen sind. Klar, wenn McKinsey seine Rekrutierung in dieser Weise durchführt, um kostenpflichtiges Personal für 1.500 € am Tag verkaufen zu können, dann ist das auch ein Geschäftszweig. Solange das Konzept für McKinsey aufgeht, ist es in Ordnung für das Unternehmen. Ob es aber für ihre Klientel so aufgeht, wage ich jetzt mal zu bezweifeln. Die Kosten müssen im beratenen Unternehmen genauso erwirtschaftet werden wie in jedem anderen Unternehmen auch. Aus meiner Praxis weiß ich, dass dem häufig nicht so ist, dafür ein Berg Kosten übrigbleibt, der auch schon manches Unternehmen in die Insolvenz getrieben hat. Nicht umsonst ist der Ruf von diesen Unternehmensberatungen denkbar schlecht.
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