Manager über New Work Es geht um Sinn, nicht um Gewinn

Mehr Freiheiten, mehr Verantwortung, mehr Gewinnbeteiligung: Unter dem Schlagwort New Work versuchen viele Firmen, bessere Bedingungen zu schaffen. Hier erzählen Manager, was das für sie bedeutet.

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Fragen Sie sich jeden Morgen, warum Sie sich zur Arbeit schleppen? Dann könnten Sie bereit sein für New Work. Diese Bewegung zielt darauf ab, unsere klassischen Arbeitsmodelle umzuwerfen und neue Formen des betrieblichen Miteinanders zu finden. Einige zentrale Punkte davon sind:

  • Chefs sollen keine Entscheider mehr sein, sondern sogenannte Enabler. Das heißt, sie unterstützen Mitarbeiter darin, so zu arbeiten, wie es zu ihnen und ihrer Tätigkeit passt - und darin, selbst Verantwortung zu übernehmen. Manche Firmen schaffen Chefs gleich ganz ab - oder lassen sie von den Mitarbeitern wählen.
  • Es geht nicht um Gewinn, sondern um Sinn. In einer Firma sollen alle wissen, warum sie in die Firma kommen und für wen sie arbeiten, nämlich für sich und ihr Team - und nicht für ihre Chefs. Firmen, die New Work praktizieren, beteiligen ihre Mitarbeiter häufig am Profit.
  • Kontrolle ist schlecht, Freiheit ist besser: Hinter New Work steht die Idee, dass Menschen grundsätzlich arbeiten wollen und dazu nicht gezwungen werden müssen. Deswegen gibt es inzwischen Firmen, die ihre Mitarbeiter frei entscheiden lassen, wie viel Urlaub sie nehmen wollen.

Der SPIEGEL hat mit einigen Managern gesprochen, die versuchen, in ihren Unternehmen einen Wandel herbeizuführen. Hier erzählen sie, wie schwierig es ist, alte Strukturen aufzubrechen:

insgesamt 7 Beiträge
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dr.eldontyrell 20.03.2019
1. Jaa, die Leute
sollen sich wohlfühlen auf der Arbeit blabla. Flache Hirarchien kenne ich, dafür ist dann das Lohngefälle umso steiler. Ist schon toll, wenn der Vorgesetzte die Verantwortung weiter auf die Mitarbeiter drücken kann aber weiterhin königlich entlohnt wird. Neusprech blabla. Ich Arbeite um zu leben, nicht umgekehrt. Ich suche keinen Sinn in Arbeit, den habe ich zuhause. Arbeit bringt Geld. Nicht mehr, nicht weniger. Ich brauche auch kein Ei-ei vom Chef, oder eine After-Work-Party, Sommerfest oder sonstigen Mumpitz. Zahlt gutes Geld, DAS ist Wertschätzung der Arbeitsleistung.
firefox34 20.03.2019
2. Managersprech
Mehr Freiheiten => Mehr Selbstausbeutung, mehr "Vertrauensarbeitszeit", mehr Stunden und unverlässliche Arbeitszeiten. Mehr Verantwortung => mehr variable Gehaltsanteile, mehr "Schuldzuweisungen" an Mitarbeiter, mehr "people business". Mehr Gewinnbeteiligung => mehr unternehmerisches Risiko auf die Mitarbeiter übergeben (siehe mehr Verantwortung). Wenn ich all das wollte, dann wäre ich Unternehmer und nicht Arbeiter oder Angestellter. Eine Arbeit kann auch ohne all diese Attribute sinnstiftend sein... aber darum geht es ja gar nicht.
Winnie Puh 20.03.2019
3. @Kommentar 1&2...
...genauso ist es: Geld ist zwar nicht alles, aber ohne fair empfundene und objektiv gute Entlohnung ist alles nichts. Die Verantwortlichen sollten kurz bei Herzberg (Hygienefaktoren) und Maslow (Bedürfnispyramide) nachschlagen, um zu ergründen, was Gute Arbeit, Gute Führung etc. ausmacht...
Fontaine 21.03.2019
4. Realitätsverweigerung
Ich frage mich, wer in der schönen neuen Arbeitswelt Gehälter und Steuern zahlt oder woraus Investitionen getätigt werden. Wenn Mitarbeiter nur noch um sich und ihr Team kreisen ... wo bleiben die Kunden, Klienten, Patienten? Konsequent erscheint es, Chefs ganz abzuschaffen, wenn sie denn eh nichts mehr zu sagen haben. Ich finde es erschreckend, dass diese kruden Ideen auf so viel positive Resonanz stoßen.
phg2 21.03.2019
5.
Im Kleinen habe ich schon ähnliches erlebt und mich gefragt, und wofür werdet "ihr" bezahlt? Ich habe auch schon in Teams gearbeitet die keinen Chef brauchten (der hat eh' nur alles durcheinander gebracht), sowas kann durchaus Spaß machen, aber da müssen dann auch alle dazu passen, ganz besonders von der Leistungsbereitschaft. Und wenn das dann dazu führt, dass man dann für 2 arbeitet u. nur für einen bezahlt wird....hat man irgendwann keinen Bock mehr.
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