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Doku über Mehmet Göker Der Herr von der Versicherung ist da

Seine Getreuen ließen sich für ihn tätowieren: Mehmet Göker verkaufte Krankenversicherungen - und war mit 25 Jahren Millionär. Der Film "Versicherungsvertreter" zeigt die irrsten Auswüchse der Branche.

Die 2000er-Jahre waren ein Eldorado für Finanzdrücker: Unternehmer, die der Kundschaft auf Gedeih und Verderb Sparverträge und Versicherungen andrehten und sich um die Folgen nicht scherten. Einer der irrsten Protagonisten dieser Spezies war Mehmet Göker.

Er baute ab 2003 in Rekordzeit den Strukturvertrieb MEG auf, mit dem er und seine Getreuen schnell sehr reich wurden. Ein Schneeballsystem, bei dem jeder am Ertrag seiner Untergebenen mitverdient und deshalb schnell aufsteigen will. Die Mitarbeiter spornte er zusätzlich durch ein pompöses Belohnungssystem und sektenartige Rituale an.

Ebenso schnell implodierte der Laden, Steuerhinterziehung und der Sozialversicherungsbetrug der scheinselbstständigen Versicherungsvermittler riefen 2007 die Justiz auf den Plan. 2009 war MEG insolvent, 2012 wurde der Gründer wegen gewerbsmäßigen Betrugs angeklagt. Gegen Göker, der sich in der Türkei aufhält, wurde internationaler Haftbefehl erlassen.

Fotostrecke

Wirtschafts-Doku "Versicherungsvertreter": Der Millionär aus dem Kinderzimmer

Foto: sternfilm

Grimme-Preisträger Klaus Stern erzählt in dem Dokumentarfilm "Versicherungsvertreter" von 2012 Gökers Geschichte, zeigt seine Ferraris und den Plattenbau, in dem er aufwuchs. Und er zeigt die Heerscharen an Mitarbeitern, die sich auf Vertriebsveranstaltungen von Gökers pompösen Inszenierungen - Bühnenauftritt mit Feuerwerk und "Carmina Burana" - begeistern ließen.

Nicht zuletzt konfrontiert der Film die Zuschauer mit einem besonders krassen Fall von Blendertum, in einer Branche, die immer wieder von leeren Versprechungen lebt.

Lesen Sie im aktuellen SPIEGEL, wie sich die Versicherungskonzerne - auch jenseits von Blendertypen wie Göker - immer wieder um ihre Verantwortung drücken. Den aktuellen SPIEGEL finden Sie hier.

Auf jeden Fall ein Sparvertrag

mamk