Mobilität im Job Deutsche Arbeitnehmer sind Umzugsmuffel

Umziehen für den Job? Da sagen viele Arbeitnehmer kategorisch nein. Bei einer Umfrage in 19 Ländern waren es im Schnitt 29 Prozent - in Deutschland ist der Anteil deutlich höher.

Umzugskiste
imago/Westend61

Umzugskiste


Viele Arbeitnehmer in Deutschland sind nicht bereit, für den Job umzuziehen. Nur jeder vierte Befragte (27 Prozent) kann sich vorstellen, aus Karrieregründen die Stadt zu wechseln. 38 Prozent schließen das hingegen aus. Das geht aus einer internationalen Studie im Auftrag der Manpower Group hervor. Befragt wurden Ende 2016 rund 14.000 Arbeitnehmer in 19 Ländern.

Die Deutschen gehören damit weltweit zu den weniger mobilen Arbeitnehmern, ähnlich wie die Australier (39 Prozent). In China sind es 34 Prozent. Nur bei den Briten ist die Umzugslust noch geringer. Hier schließen 42 Prozent der Befragten einen Ortswechsel kategorisch aus.

Arbeitnehmer in Spanien geben sich hingegen mobil. Laut der Befragung schließen nur 21 Prozent einen Umzug gänzlich aus. Im internationalen Durchschnitt würden 29 Prozent nie für die Karriere umziehen.

Arbeitnehmer in der IT-Branche sind am mobilsten

Innerhalb Deutschlands gibt es deutliche Unterschiede je nach Alter der Befragten und nach Branchenzugehörigkeit. Etwas unterscheiden sich die Ergebnisse auch je nach Geschlecht.

  • Jüngere Arbeitnehmer in Deutschland sind grundsätzlich eher zu einem Ortswechsel bereit. Unter den 18- bis 34-Jährigen lehnen nur 23 Prozent einen berufsbedingten Umzug ab. Bei den über 50-jährigen ist es hingegen jeder Zweite (55 Prozent).
  • Männer sind etwas mobiler als Frauen. 36 Prozent der männlichen Beschäftigten und 40 Prozent der weiblichen schließen den Ortswechsel aus. Allerdings sind Frauen wagemutiger, was den Sprung ins Ausland angeht. Den kann sich jede Fünfte vorstellen (20 Prozent), während nur jeder siebte befragte Mann dazu bereit ist (13 Prozent). Im Durchschnitt sind es 17 Prozent.
  • In der IT-Branche arbeiten die Arbeitnehmer, die am ehesten zum Umzug bereit sind. Nur 21 Prozent der Befragten aus diesem Arbeitsfeld lehnen einen Umzug kategorisch ab. Behördenmitarbeiter sind Umzugsmuffel. Sechs von zehn Arbeitnehmern (61 Prozent) schließen einen Umzug für den Job aus.

sun



insgesamt 91 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ansv 22.07.2017
1. Immer möglichst knapp mit Infos
Wer wurde denn befragt? Ich meine, ich wurde auch schon vom Arbeitsamt gefragt ob ich bereit wäre, umzuziehen. Natürlich nicht, ich lebe in Baden-Württemberg. Wo, wenn nicht hier, gibt es gute Jobs? Und der Tenor des Artikels ist doch, wir müssten "mobiler" sein. Gleichzeitig sollten wir aber auch mehr Kinder bekommen. So lange diese dann zur Schule gehen, können wir unser Bundesland aber auch nicht verlassen, gell?
s-12 22.07.2017
2. Zum Glück für die AG
Und leider zum Unglück für uns AN! Die Folge sind mittelmäßige Gehälter, weil sich die AG zu sicher sind. Zumindest gilt dies für AN die nicht in von Gewerkschaften dominierten Unternehmen oder im öffentlichen Dienst arbeiten. Allerdings fühle ich mich an meinem Wohnort wohl und habe keinen Bock wegen Arbeit an Orte zu ziehen, wo ich nicht leben möchte. Da beißt die Katz sich in den Schwanz u d den Chef freuts doppelt...
jomai 22.07.2017
3. Hmm...
...mit 20 nach Deutschland um einen besser bezahlten Job zu bekommen. Mit 24 dann fuer fast 9 Jahre nach Singapore danach nach Peking, Shanghai, Abu Dhabi und Dhaka. In Summe ca. 20 mal in meinem Leben in eine andere Wohnung umgezogen. Irgendwie passe ich nicht in das Umzugsmuffelmuster. Ok, bin ja auch kein Deutscher. :-)
rki 22.07.2017
4. Dann ziehe man mal nach München ...
... für 300.- Euro mehr Gehalt und 500.- Euro mehr Miete (wenn sich überhaupt eine lebenswerte Behausung findet).
zwielicht05 23.07.2017
5. Wer wurde gefragt???
ich habe zwar nicht studiert und liege möglicherweise falsch ABER: könnte es nicht sein, dass der Familienstand evt einen Unterschied macht.. als Single ohne Kinder kann man natürlich flexibler sein als manch anderer.. soweit mir bekannt ist interessieren Frauen auch mehr für Fremdsprachen als Männer.. ohne Differenzierung bleibt ne aussagelose Statistik. schade, hätte von spon mehr erwartet..
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.