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Arbeitsrecht Crowdworker sind keine Angestellten

Sie testen Apps, laden E-Roller auf: Crowdworker verdienen Geld mit Minijobs, die übers Internet verteilt werden. Arbeitnehmer sind sie deshalb aber nicht, hat nun das Landesarbeitsgericht München entschieden.
Der Crowdworker (r.) mit seinem Anwalt

Der Crowdworker (r.) mit seinem Anwalt

Foto: Lino Mirgeler/ DPA

Er fotografierte Teesorten im Supermarkt oder Werbebildschirme in Tankstellen. Fast 3000 solcher Aufträge hatte er in elf Monaten erledigt, im Schnitt verdiente er damit rund 1700 Euro pro Monat: Für Peter Schmidt* war die App Roamler ein wichtiger Bestandteil seines Einkommens. Dann gab es Ärger, sein Account wurde gesperrt . Und Schmidt zog mit Unterstützung der Gewerkschaft IG Metall vor Gericht. Er sei ein Arbeitnehmer, war seine Argumentation .

Dieser Darstellung folgte das Landesarbeitsgericht in München nun aber nicht. Sogenannte Crowdworker sind bei der Internetplattform, die ihnen Aufträge vermittelt, nicht angestellt, so das Urteil. "Ein Arbeitsvertrag liegt nach der gesetzlichen Definition nur dann vor, wenn der Vertrag die Verpflichtung zur Leistung von weisungsgebundener, fremdbestimmter Arbeit in persönlicher Abhängigkeit vorsieht." (Aktenzeichen 8 Sa 146/19).

In vorheriger Instanz hatte schon das Münchner Arbeitsgericht so entschieden. Beide Gerichte folgen der Argumentation von Roamler, Schmidt habe als Selbstständiger gearbeitet und sei bei seiner Arbeit nicht an zeitliche oder inhaltliche Weisungen der Firma gebunden gewesen.

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falles wurde aber die Revision zum Bundesarbeitsgericht zugelassen.

*Name geändert

vet/dpa
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