Kunde ließ Termin platzen Domina schaltet Konsulat und Schafzüchter ein

Knapp 1500 Euro wollte eine Domina in München von einem Kunden haben, der zum vereinbarten Termin nicht erschienen war. Um den Mann zu finden, setzte sie alle Hebel in Bewegung.

Domina sitzt in einem Studio (Symbolbild)
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Domina sitzt in einem Studio (Symbolbild)


Einen Termin vereinbaren und dann einfach nicht kommen - das geht nicht. Da wird ein Ausfallhonorar fällig, fand eine Domina in München - und scheute keine Mühe, einen Kunden ausfindig zu machen, der einen Termin mit ihr platzen ließ. 1451,80 Euro wollte sie von ihm haben - als Ausfallhonorar und Schadensersatz für den Aufwand, ihn zu finden.

Der Mann hatte sich für einen Termin im September 2017 bei der Domina angekündigt, war dann aber nicht aufgetaucht. Für die Frau ein Verdienstausfall, wie sie laut einer Mitteilung des Münchner Amtsgerichts beklagte (Az.: 275 C 4388/18). Sie habe zwei weiteren Kunden für die fragliche Zeit abgesagt, gab die Domina an.

Ein Jahr lang suchte die Frau nach dem Kunden, der aus Rumänien stammte und ihr wohl einen falschen Namen genannt hatte. Dazu schaltete sie den Angaben zufolge sogar das rumänische Konsulat und einen Schafzüchterverein ein.

Per Internetrecherche fand die Domina demnach heraus, dass ein Mann mit dem genannten Namen mit Schafen handelte. Doch der Schafzüchterverein konnte ihr nicht helfen, ebenso wenig das Konsulat. Dafür fand die Frau im Netz schließlich die Adresse des Kunden - oder zumindest die, die sie dafür hielt.

Der Mahnbrief der Domina ging an den Falschen, dem das Schreiben einigen Schlamassel bescherte. Der alte Mann aus Rumänien bekam Ärger mit seiner Ehefrau - und musste zudem zum Gerichtstermin nach München anreisen.

Dort stellte sich heraus: Ein Geschäftspartner hatte möglicherweise die Identität des alten Mannes genutzt. Der Mann erstattete daraufhin Strafanzeige gegen ihn. Das Gericht konnte die Domina nach eigenen Angaben auch deshalb überzeugen, ihre Klage zurückzuziehen. Sie muss nun aber die Verfahrenskosten tragen - in Höhe von einigen Hundert Euro.

Der Gerichtsbeschluss stammt bereits vom 4. Oktober 2018, wurde aber erst am Freitag als Pressemitteilung veröffentlicht.

fok/dpa

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