In Kooperation mit

Job & Karriere

Nach Corona Unternehmen rechnen mit deutlich mehr Homeoffice

Hat die deutsche Wirtschaft in der Pandemie das Homeoffice schätzen gelernt? Eine Umfrage bei Firmen lässt den Schluss zu. Selbst im verarbeitenden Gewerbe könnte die Zahl der Heimarbeiter hoch bleiben.
Homeoffice (Archivfoto): In vielen Firmen dauerhaft – und dann hoffentlich nicht mehr am Wohnzimmertisch

Homeoffice (Archivfoto): In vielen Firmen dauerhaft – und dann hoffentlich nicht mehr am Wohnzimmertisch

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Die Coronapandemie hat die Arbeitswelt offenbar nachhaltig verändert: Einer aktuellen Umfrage zufolge rechnen sehr viele Unternehmen in der Informationswirtschaft und im verarbeitenden Gewerbe mit deutlich mehr Homeoffice nach Corona.

»Dabei ist nicht nur der Anteil an Unternehmen mit langfristigen Homeoffice-Plänen gewachsen, sondern auch der Anteil an Beschäftigten, die solche Angebote in der Zeit nach Corona voraussichtlich in Anspruch nehmen werden«, erklärte Daniel Erdsiek vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), das die Umfrage durchgeführt hat.

Demnach planten im Juni vergangenen Jahres 64 Prozent der Betriebe in der Informationswirtschaft, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch nach der Pandemie die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen – im Juni 2021 waren es bereits 74 Prozent. Aktuell rechnen rund die Hälfte der Unternehmen in der Branche damit, dass nach der Pandemie 20 Prozent ihrer Beschäftigten mindestens einmal wöchentlich von zu Hause aus arbeiten werden. Im Juni 2020 war davon lediglich jedes dritte Unternehmen ausgegangen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Selbst im verarbeitenden Gewerbe, das weniger gut fürs Homeoffice geeignet ist als die Informationswirtschaft, rechnen laut Umfrage aktuell 46 Prozent der Unternehmen damit, dass ein Teil ihrer Mitarbeiter künftig mindestens einmal die Woche im Homeoffice arbeiten wird. Im Juni 2020 lag dieser Wert noch bei 37 Prozent. Und vor der Pandemie konnten sich lediglich 24 Prozent der Unternehmen regelmäßiges Homeoffice vorstellen.

Ausstattung der Heimarbeitsplätze ausgebaut

Tatsächlich, so die Umfrage, arbeiten in beiden Branchen auch mehr Beschäftigte im Homeoffice als zuvor: Im Bereich der Informationswirtschaft sind es in 63 Prozent der Unternehmen mehr als ein Fünftel der Beschäftigten. Im verarbeitenden Gewerbe beläuft sich dieser Anteil auf etwa ein Viertel der Unternehmen.

Die Ausstattung der Mitarbeiter mit digitalen Endgeräten wurde entsprechend verbessert. Zwar hatte eine Mehrheit der Betriebe in der Informationswirtschaft (82 Prozent) und im verarbeitenden Gewerbe (70 Prozent) einen Teil ihrer Beschäftigten bereits vor der Pandemie mit Technik fürs Homeoffice ausgerüstet. Jedes dritte Unternehmen in der Informationsbranche und jedes vierte Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe weitete diesen Anteil in der Pandemie aber aus, wie die Umfrage ergab.

An der Umfrage nahmen laut ZEW rund 1200 Unternehmen mit je mindestens fünf Beschäftigten teil.

Eine Erhebung, die das Ifo Mitte Juli veröffentlichte, ergab, dass bereits im Juni viele Beschäftigte in Deutschland aus dem Homeoffice in die Betriebe zurückkehrten. Zu dieser Zeit bestand allerdings noch eine Homeoffice-Pflicht.

mamk/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.