Die aktuelle Stellenanzeige "Der Mars braucht DICH!"

Sie reisen gerne? Auch an weit entfernte Orte, die erst noch erforscht werden müssen? Dann bewerben Sie sich bei der NASA - für einen Job auf dem Mars.

NASA/KSC

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Langeweile im Büro, Kollegen, die sich wie Außerirdische verhalten - und immer wieder dieser eine Gedanke: Ich will hier weg, weit weg! Das erleben Sie immer wieder?

Wenn Sie wirklich weit weg wollen, so richtig weit, und vielleicht auch ein bisschen das Abenteuer suchen, dann kommt hier Ihre Chance. Die Weltraumbehörde NASA will Angestellte gewinnen, die auf dem Planeten Mars arbeiten. Die Stellenanzeige hat sie in einer künstlerischen Plakatserie verpackt. KarriereSPIEGEL zitiert daraus und kommentiert die Anforderungen.

"Werde ein Marsianer. Mars needs YOU! Der Mars braucht DICH!"

Das erinnert an die legendäre "We Want You"-Kampagne, mit der Uncle Sam in den USA einst für einen Einsatz beim Militär warb. Das ist nostalgisch und visionär zugleich, appelliert an Pflichtbewusstsein und das Gefühl, gebraucht zu werden.

"Werde ein Entdecker!"

Davon könnten sich viele angesprochen fühlen. Wer sich bewerben will, muss mit viel Konkurrenz rechnen. Aber die NASA sucht nicht nur einen einzigen Kandidaten, sondern jede Menge. Die Anforderungen sind überraschend niedrig. Im Einstiegstext auf der Website ist zu lesen, dass sich Menschen mit verschiedensten Berufen bewerben können:

"Der Mars wird alle Arten von Entdeckern, Landwirten, Sachverständigen, Lehrern... brauchen, aber vor allem DICH!"

So weit, so vage. Was die künftigen Mitarbeiter am Arbeitsplatz Mars genau tun sollen und welche Qualifikation dafür gewünscht wird, erfahren Bewerber auf den einzelnen Plakaten. Sie können selbst entscheiden, von welchem sie sich am meisten angesprochen fühlen. Eins zeigt zum Beispiel einen Gärtner im Weltraumanzug. Daneben steht:

"Haben Sie einen grünen Daumen? Dann ist dies das Richtige für Sie. Im Weltraum können Sie Tomaten, Salat oder Erbsen anpflanzen wie in ihrem Sommergarten."

Ein anderes Plakat zeigt einen künftigen Marsbewohner mit jeder Menge Werkzeug bei einer "Nachtschicht", auf dem Mond Phobos:

"Wenn Sie auf Phobos wohnen und als Bergarbeiter Ressourcen abbauen, haben Sie ein Büro mit einem Ausblick auf den Mars im Nachthimmel."

Oder auch:

"Klettern Sie in dem riesigen Canyon Valle Marineris. Dort erleben Sie blaue Sonnenuntergänge in der Dämmerung."

Die Beschreibung auf den Plakaten klingt immer wieder, als ob die künftigen Marsbewohner einen völlig gewöhnlichen Arbeitsalltag haben werden. Nur eben in einer ungewöhnlichen, höchst reizvollen, geradezu romantischen Umgebung. Arbeiten, wo andere (in der Zukunft) Urlaub machen.

"Komm mit auf unsere Reise auf den Mars, den wir mit Robotern erforschen und auf den wir eines Tages Menschen schicken wollen."

Damit ist jedenfalls auch klar oder vielmehr unklar, wann die Bewerber ihre Stelle antreten sollen: eines Tages. In Medienberichten ist zu lesen, dass die NASA um das Jahr 2030 das erste Mal Menschen auf den Mars schicken will. Wer dabei sein will, muss also nicht sofort die Zelte auf der Erde abbrechen.

Die Kandidaten dürfen sich in den kommenden Jahren aber schon einmal auf den neuen Traumjob fernab der Erde freuen - und ertragen ihren jetzigen nervigen Arbeitsalltag damit vielleicht besser: Kollegen, eines Tages hau ich sowieso ab und verlasse euren armeseligen Planeten!

Vielleicht hilft es aber auch schon, sich die Vorteile seines öden Bürojobs im Vergleich zu einer Arbeit auf dem Mars klarzumachen. Es gibt da einiges, was die NASA in ihrer Stellenanzeige verschweigt.

Arbeitsweg: Je nachdem, wie weit der Mars gerade von der Erde entfernt ist, könnte die Reise dorthin fast ein Jahr dauern. Das macht Pendeln zu einer Herausforderung.

Bezahlung: Ob und wie viel Geld die Angestellten auf dem Mars verdienen, verrät die NASA nicht. Gar nichts vielleicht? Sie könnten auf dem Mars sowieso nichts kaufen.

Berufskleidung: Egal, ob einem der Weltraumanzug auf Dauer gefällt oder nicht - ohne ihn können Menschen auf dem Mars nicht überleben. Sie hätten nicht genug Sauerstoff. Außerdem herrschen auf dem Mars extreme Temperaturunterschiede mit Kältegraden von minus 100 Grad.

Probezeit, Kündigungsoption: Wer sich einmal für den Mars-Job bei der NASA entschieden hat, kann vermutlich nie wieder kündigen - egal, wie mies die Stimmung unter den Kollegen ist. Von einer Rückkehr auf die Erde ist in der Stellenanzeige der NASA nicht die Rede, ähnlich wie bei dem europäischen Projekt "Mars One", das auch Menschen auf den Mars schicken will - für immer.

fok

insgesamt 74 Beiträge
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Seite 1
spiritualfighter 17.06.2016
1. Das ich nicht lache.
Der Mensch war ja noch nicht 'mal auf dem Mond. Zum einen hat die Erde die Form einer Kartoffel und ist nicht exakt kreisrund und zum anderen liegen zwischen Der Erde und dem Mond die hochradioaktiven Van Allen Belts, die kein Mensch unbeschadet durchdringen kann. Laßt euch nicht für dumm verkaufen.
silverhair 17.06.2016
2. One Way Ticket
Na - die Kritikpunkte sind nett , aber sinnlos. Es ist ein One Way Ticket , eines das auch die Ersten Besiedler der USA auf der Mayfloor, und Mio anderer hatten die danach kamen - wer einmal dort war , mußte dort leben , mußte dort mit den Widrigkeiten der Umwelt und der Menschen leben, und "Bezahlung" spielte überhaupt keine Rolle, es ging darum das alle irgendwie sich gegenseitig ernährten! Was wir Geldsystem nennen ist ein sehr künstlicher Verteilungsmechanismus der Spezialisierung . die einen kaufen zeitverzögert das was die anderen Hergestellt haben, um dann wiederum selber zu Käufern zu werden, ein Kreislauf über "Kauf - Herstellung - Löhne - zum erneuten Kauf"! Eine andere Aufgabe hat das Geldsystem schlicht nicht , es ist nur ein Hilfsmittel der Verteilung - und da mit Sicherheit der Mensch auf dem Mars oder anderswo praktisch nur noch eine Welt der Maschinen und Computer mehr oder minder beim "produzieren zuschauen wird" ist dieser Unsinn mit Bezahlen so oder so bald passe! Und das andere? Wir haben schon lange Versuche mit rein künstlichen Wohnwelten mit 100% Künstlicher Umgebung , bis zum 100% Recyceln von allem gemacht, noch nicht perfekt, aber wir haben immer weiter diese Möglichkeiten ausgebaut - siehe auch ISS , und irgendwann ist das eben auch auf dem Mars möglich .. es ist einfach eine Frage der Energie aus gebundenem Elementen (Gestein) auch zb: Sauerstoff oder Wasser notfalls wieder zurückzugewinnen! Insofern ist das alles weder Neu, noch wird irgendeine der scheinrestriktionen die Menschen davon abhalten das umzusetzen, und wenn es nicht die NASA macht, dann werden es eben private Forscher und Investoren machen , selbst wenn es dann "kein Geld mehr zu gewinnen gibt"!
Scum 17.06.2016
3.
Ha, ha, ha. Diejenigen, die mal als erste zum Mars fliegen werden, sind noch nicht mal geboren. 1995 dachte ich, die Menschen würden vielleicht gegen 2025 zum Mars fliegen, heute denke ich, es dauert mindestens bis 2060, da die enormen Kosten vorher USA weiter ruinieren würden. Vielleicht sollte die NASA auch erst einmal eine Art Raumflieger konstruieren, der wie ein Flugzeug auf der Erde starten und landen kann.
chucho 17.06.2016
4. Zertifizierte Mars-Raumfahrer
Wahrscheinlich verkaufen die Zertifikate als offizielle Mars-Raumfahrer der NASA mit der Möglichkeit, auf Abruf "zu gegebener Zeit" (wann auch immer das ist) an einer Marsexpedition teilzunehmen. Schön anzusehen und etwas fürs Büro über dem Schreibtisch, um sich interessant zu machen. Dazu vielleicht den unerlässlichen Astronauten-Overall, wie ihn schon die Mondfahrer getragen haben, nur mit buntem Marsexpeditions-Sticker. Der ersehnte Einsatz erfolgt dann am St. Nimmerleinstag. Also ebenso seriös, wie der bekannte Verkauf von Grundstücken auf dem Mond.
trader_07 17.06.2016
5. Kann man nicht bitte...
Kann man nicht bitte Höcke, Petry, den Gauleiter und von Strolch dahin schicken?
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