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19. Mai 2014, 11:37 Uhr

Rauswurf der "NYT"-Chefredakteurin

"Das hatte nichts mit dem Geschlecht zu tun"

Wurde Jill Abramson wegen ihres Geschlechts oder ihrer Gehaltsvorstellungen als Chefredakteurin der "New York Times" gefeuert? Mit deutlichen Worten hat Verleger Sulzberger jetzt auf diese Vorwürfe reagiert - und die Kündigung gerechtfertigt.

Dass es ernste Spannungen zwischen Jill Abramson und Arthur Sulzberger Jr. gab, ist kein Geheimnis mehr. Er, der Verleger der "New York Times", hatte sie am vergangenen Mittwoch von ihrem Posten als Chefredakteurin des Blattes entlassen. Abramson sei zu "pushy" gewesen, zu aggressiv und zu schroff; sie habe manchmal "eine kratzbürstige Art an den Tag gelegt", hieß es in US-Medienberichten. Und dann war da noch die Sache mit ihrem Gehalt.

Vor einigen Wochen soll Abramson entdeckt haben, dass ihr Verdienst unter dem ihres männlichen Vorgängers lag. Sie habe sich daraufhin einen Anwalt genommen - und auch das soll ihren Verleger laut gut informierten Berichten des "New Yorker" verstört haben (im neuen SPIEGEL lesen Sie mehr darüber, warum die Entlassung von Abramson keine ganz normale Kündigung ist).

Aber hat Abramson tatsächlich weniger verdient? In einem aktuellen Statement schreibt "NYT"-Verleger Sulzberger dazu: "Das ist nicht wahr." Abramsons Gehalt sei vergleichbar mit dem ihres Vorgängers Bill Keller gewesen, "tatsächlich war es in ihrem letzten vollen Jahr als Chefredakteurin rund zehn Prozent höher".

Kritik von den Kollegen

"Dass Jill nicht länger Chefredakteurin bleiben konnte, habe ich aus Gründen entschieden, die nichts mit dem Gehalt oder dem Geschlecht zu tun haben", heißt es in der Erklärung. Ihr Führungsstil habe sich schlicht nicht bewährt. Kollegen von Abramson hätten sich wiederholt beschwert: unter anderem über ihre willkürlichen Entscheidungen, über ihre mangelnde Kommunikation und über ihren Führungsstil.

Bei der "NYT" seien zahlreiche Frauen in Führungspositionen, schreibt Sulzberger. "Gleichberechtigung gehört zu unseren grundlegenden Überzeugungen bei der 'Times'. So wird es immer sein."

Kritik üben "NYT"-Mitarbeiter übrigens nicht nur an Abramson. Einen Tag nach dem Chefwechsel wurde ein interner Bericht publik, in dem die Angestellten den digitalen Wandel ihres Verlags zerpflücken. Die wichtigsten Punkte aus dem Dokument lesen Sie hier.

aar

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