Niki Laudas sieben Verhandlungsregeln "Gut, dann fahre ich eben woanders"

Sie müssen bald wieder mit Ihrem Chef übers Gehalt reden? Dann machen Sie's wie jemand, der geschickt verhandeln kann: Niki Lauda verrät, wie er sogar mit Enzo Ferrari und Bernie Ecclestone gute Deals machte.

Hart, aber fair verhandeln ist Niki Laudas Devise
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Hart, aber fair verhandeln ist Niki Laudas Devise

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"Reden wir über Geld" - das könnte ein Gesprächseinstieg sein, wenn Sie fürs neue Jahr ein höheres Gehalt verhandeln wollen. Sicher haben Sie gute Argumente: Was sie alles für die Firma leisten etwa. Oder wie sie für mehr Geld auch mehr Verantwortung übernehmen würden.

"Reden wir über Geld" ist auch ein Buch betitelt, das Niki Lauda mit der Journalistin Conny Bischofberger veröffentlicht hat. Und über Geld hat der dreimalige Formel-1-Weltmeister tatsächlich viel zu erzählen. Zweimal hat er eine Fluglinie gegründet, heute ist er Aufsichtsratsvorsitzender des Mercedes-Teams der Formel 1. Lauda hat viele finanzielle wie berufliche Erfolge und Niederlagen durchlebt.

Seine Erfahrungen fasst er in einem Interview mit dem manager magazin in fünf Finanzregeln zusammen, die er in seinem Geschäftsleben seit Jahrzehnten beherzigt. Im Lauf der Zeit kamen noch zwei weitere hinzu. Vielleicht bringen Laudas sieben Regeln auch Sie demnächst in eine starke Verhandlungsposition:

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Alle wörtlichen Zitate aus dem Buch "Reden wir über Geld" von Niki Lauda mit Conny Bischofberger, Edition a, 21,90 Euro

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Seite 1
dipl.inge83 29.11.2015
1. Auf Augenhöhe
Die Regeln klingen zwar gut, setzen aber voraus, dass sich beide Vertragspartner annähernd auf Augenhöhe treffen. Und das ist bei AG und AN alles andere als die Regel. Ich hatte schon genug Job- oder Gehaltsverhandlungen in KMU's, gut vorbereitet zu sein mit Zahlen und Argumenten heisst gar nichts. GF sind es gewöhnt das letzte Wort zu haben und Recht zu bekommen, was nicht selten dazu führt das auf stur geschaltet wird sobald sie merken, dass der Wind diesmal härter entgegen bläst. Meine Lehre, definitiv Plan B in der Schublade, besser noch C. Niemand ist unersetzlich und nicht wenige Chefs bringen lieber das Tagesgeschäft ins Wanken als das Gesicht zu verlieren.
Nabob 29.11.2015
2. Das Selbstbildnis will und will nicht fertig werden
Nun also noch ein Buch, dessen Inhalt nicht hält, was die Überschrift verspricht, eine Empfehlung vom Spiegel. Es wäre Lauda zu wünschen demnächst einmal zu begreifen, dass wir nicht sein Großvater sind, von dem er verstoßen wurde. Und das stetige Zeigen mit dem Finger auf sich führt auch zu keinem Ergebnis. Aber er hat Zwillinge, die einen Vater benötigen und da soll er seine ganze Zeit hinein stecken, das macht Sinn. Den hintergründig empfundenen Minderwert als Verstoßener einer namhaften Wiener Familie wird er mit ins Grab nehmen müssen, ist aber nicht am Publikum abzuarbeiten.
Beijinger 29.11.2015
3. Noch ein überflüssiges Buch
getarnt als Ratgeber. Habe Niki Lauda mehrfach persönlich getroffen, das Buch muss ihm wohl ein nettes - garantiertes - finanzielles Zubrot eingebracht, damit er es seiner Ghostwriterin in Auftrag gab. Habe selten einen Menschen kennengelernt, der so"geil" aufs Geld ist. Schmãlert nicht meinen Respekt vor ihm als Rennfahrer.
_gimli_ 29.11.2015
4.
Zitat von dipl.inge83Die Regeln klingen zwar gut, setzen aber voraus, dass sich beide Vertragspartner annähernd auf Augenhöhe treffen. Und das ist bei AG und AN alles andere als die Regel. Ich hatte schon genug Job- oder Gehaltsverhandlungen in KMU's, gut vorbereitet zu sein mit Zahlen und Argumenten heisst gar nichts. GF sind es gewöhnt das letzte Wort zu haben und Recht zu bekommen, was nicht selten dazu führt das auf stur geschaltet wird sobald sie merken, dass der Wind diesmal härter entgegen bläst. Meine Lehre, definitiv Plan B in der Schublade, besser noch C. Niemand ist unersetzlich und nicht wenige Chefs bringen lieber das Tagesgeschäft ins Wanken als das Gesicht zu verlieren.
Dann büßt der Chef halt einen guten Mitarbeiter ein. So einfach ist das. Die Nachfrage nach Top-Experten ist seit Jahren sehr groß. Mir geht es bei Gehaltsverhandlungen immer um mich, nie um die Firma. Wer sich mental zu stark mit seiner Firma oder seiner Abteilung identifiziert, hat schon verloren. Im Endeffekt ist der Arbeitnehmer ein Söldner, der "entsorgt" wird, sobald er nicht mehr wichtig ist für die Firma. Darüber sollte sich jeder im Klaren sein. Ich bin Anfang 50 und habe bisher einmal die Firma und 4 Mal intern (auch während Projekten) mein Tätigkeitsfeld gewechselt, weil mir in der neuen Abteilung vorteilhafte Entwicklungsmöglichkeiten geboten wurden. Jedes Mal habe ich meinem vorherigen Chef die Möglichkeit gegeben, mir ein gleichgutes Angebot zu machen. Ist nie passiert. Also bin ich gegangen. Das Ergebnis ist, dass ich aktuell signifikant mehr Geld bekomme, als die Mehrzahl der Kollegen in vergleichbarem Job. Mein Tipp an junge Leute: Bleibt flexibel (keine Angst vor neuen Themen und neuen Kollegen), realistisch (Ist man gehaltstechnisch für den aktuellen Job vielleicht schon sehr gut eingestuft?) und egoistisch, wenn es um das Gehalt geht.
Micael54 29.11.2015
5. Aus dem Buch lerne ich sehr viel
Ein guter Buchtip. Vielen Dank dafür. Das Buch liest sich sehr leicht und ich kann hier von Niki Lauda sehr viel lernen. Seine Philosophie im Umgang mit Geld gefällt mir. Mich fasziniert an Büchern immer wieder, dass ich für wenig Geld und mit wenig Aufwand so viel von faszinierenden Menschen wie Niki Lauda lernen kann.
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