OECD-Länder-Ranking Hier finden gut ausgebildete Zuwanderer die besten Bedingungen

Wie attraktiv sind einzelne Länder für hoch qualifizierte Zuwanderer? Das hat eine neue Studie untersucht. Deutschland gehört nicht zur weltweiten Spitzengruppe - schneidet aber in einem Punkt gut ab.

Fachkräfte in Großbritannien - eines der Länder, das in der OECD-Studie nicht zur Spitzengruppe gehört
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Fachkräfte in Großbritannien - eines der Länder, das in der OECD-Studie nicht zur Spitzengruppe gehört

Von und Franca Quecke


Die Schweiz bietet gut ausgebildeten Migranten die besten Chancen zur beruflichen und privaten Entwicklung. Auch Schweden, Neuseeland, Kanada und Norwegen gehörten zu den Ländern, die für Zuwanderer besonders attraktiv sind.

Das zeigt eine neue Studie der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Sie hat untersucht, in welchem Land Zuwanderer besonders willkommen sind und wo sie mit ihren Qualifikationen am ehesten Fuß fassen können.

Mehr zur Studie
Wer hat die Studie in Auftrag gegeben?
Auftraggeber ist die OECD, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, in Kooperation mit der Bertelsmann-Stiftung. Die OEDC setzt sich für wirtschaftliche Entwicklung ihrer 36 Mitgliedsstaaten ein.
Welche Daten wurden erhoben?
Für die Studie wurden Indikatoren entwickelt, die messen sollen, wie attraktiv die verschiedenen Länder für talentierte Migranten sind. Bewertet wurden die Aufstiegschancen, das Einkommen und die Steuern, die Zukunftsperspektiven, das Umfeld für die Familie, Bildungs- und Qualifikationsmöglichkeiten, die gesellschaftliche Integration und ganz generell die Lebensqualität.
Wie aussagekräftig ist die Studie?
Die Studie vergleicht die Bedingungen in den 36 OECD-Mitgliedsländern.

Die Autoren der Studie haben sich dabei aber nicht nur die Bedingungen in den 36 OECD-Ländern vorgenommen, sondern auch deren Attraktivität für verschiedene Migrantengruppen untersucht: für gut ausgebildete Fachkräfte mit Master oder Promotion, für Studierende und für Existenzgründer.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Hoch qualifizierte Arbeitskräfte finden die besten Arbeits- und Lebensbedingungen in Australien, gefolgt von Schweden, der Schweiz, Neuseeland und Kanada. Am unattraktivsten sind dagegen Israel, Japan und die Türkei.
  • Für Studierende ist der Studie zufolge die Schweiz das attraktivste Gastland, gefolgt von Norwegen, Deutschland, Finnland und den USA. Andere, eigentlich beliebte Länder, landen wegen ihrer hohen Studiengebühren dagegen auf hinteren Plätzen. Dazu gehören Kanada, Australien, Neuseeland und Großbritannien.
  • Noch einmal anders sortiert ist das Attraktivitätsranking aus Sicht von Existenzgründern und Unternehmern: Sie finden in Kanada die besten Bedingungen, dahinter folgen Neuseeland, die Schweiz, Schweden und Norwegen. Besonders unattraktiv für Gründer sind demnach Griechenland, Mexiko und die Türkei.

Mit dem jetzt vorgelegten Vergleich seien erstmals Indikatoren entwickelt worden, mit denen die Stärken und Schwächen einzelner Länder aus der Sicht von Zuwanderern bewertet werden können, erklärte die OECD.

Die Organisation geht davon aus, dass sich der weltweite Wettbewerb um besonders kluge Köpfe in den kommenden Jahren noch verschärfen wird. "Die Indikatoren zur Attraktivität für Talente zeigen, wie viel Spielraum die OECD-Länder haben, um ihr Land zum bevorzugten Ziel für talentierte Migranten zu machen", heißt es in der Untersuchung.

Gleichzeitig fordern die Forscher eine genaue Bobachtung der weltweiten Migration von Hochqualifizierten: Wenn die guten Leute weggehen, könne das schwerwiegende Folgen für die Herkunftsländer haben - besonders dann, wenn die weniger entwickelt sind. Bei Bedarf müssten die OECD-Staaten Instrumente entwickeln, "um die Kosten und den Nutzen der internationalen Mobilität von Talenten besser zu teilen".

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