Opalsucher in Mexiko Hammer schlägt Hightech

Ein Schlag mit dem Hammer - und Bergmann Jesús Gómez könnte reich sein. Mexikanische Opalsucher sind Glücksritter in einem Knochenjob, in dem moderne Technik versagt. Clevere mineros lassen auch Touristen schuften.

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Es gibt Tage im Arbeitsleben von Jesús Gómez, da läuft's einfach. Dann nimmt der mexikanische Bergmann ein Stück Fels in die Hand, spaltet es mit einem gezielten Hammerschlag - und zwischen den grauen Brocken schimmert es blutrot: In diesem Augenblick weiß Gómez, dass er viel Geld verdienen wird. Denn der minero hat wieder einen Feueropal gefunden, einen seltenen Edelstein. "Es ist ein Geschenk der Natur", sagt er mit einem breiten Lächeln.

Der Arbeitsplatz von Gómez ist ein Erdloch namens La Carbonera. In der Opalmine nahe der Ortschaft Tequisquiapan im mexikanischen Bundesstaat Querétaro hat sich in den vergangenen 200 Jahren wenig verändert. Wie ihre Vorfahren im 18. Jahrhundert schuften die Bergleute mit Hammer und Meißel - ein harter Job. "Mein Vater hat das schon so gemacht, jetzt mache ich es", sagt Jesús Gómez. Bevor er in den Berg steigt, betet der 40-Jährige für den einen großen Fund, der ihn reich machen soll.

Opal ist ein Mineral, das zu Schmucksteinen verarbeitet wird. Es kommt in verschiedenen Farben von milchig über gelb und rot bis schwarz vor. Die Schmuckindustrie schätzt den Stein vor allem wegen seines schillernden Farbenspiels bei Lichteinfall. In größerem Umfang werden Opale nur in Australien, Mexiko, den USA und Honduras abgebaut. Die roten Feueropale aus Mexiko, die Jesús Gómez sucht, sind begehrt, weil sie besonders rein sind.

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Gómez hat keine Ausbildung absolviert und nie eine Schule besucht. Reichtum und Geld suchte er zunächst in den USA, blieb aber glücklos, wie so viele andere illegale Einwanderer auch. Also kehrte er nach Querétaro zurück. "Ich liebe die Suche nach Opalen", sagt er über seinen Job. Der Abbau des edlen Minerals sei vor allem Glückssache. "Eines Morgens stehst du auf und findest einen Opal, nach dem du zwei Jahre lang nicht mehr arbeiten musst", erzählt Gómez. "Oder du arbeitest ein ganzes Jahr und findest gar nichts."

So ging es auch einer US-amerikanischen Firma. Sie wollte vor einigen Jahren in La Carbonera investieren und suchte mit modernem Gerät nach einer besonders ergiebigen Ader im Berg. Aber selbst Hightech konnte das Glück nicht erzwingen - nach erfolglosen Probesprengungen gaben die Spezialisten auf. Nun wühlen sich wieder die traditionellen Bergleute aus der Region durch den Berg.

Glücksfund: Edelstein in Limettengröße

Jeden Morgen fahren sie mit dem Geländewagen die rund 20 Minuten vom Dorf zur Mine. Auf dem Weg die steilen Serpentinen hinauf begleitet sie "La Cachi". Der Schäferhund ist so etwas wie das Maskottchen der Bergleute. Er hat zwar einen Besitzer, verbringt aber die meiste Zeit an den Berghängen und zeigt den Opalsuchern den Weg, wie die Dorfbewohner erzählen.

Auch Héctor Montes arbeitet im Opalgeschäft von Querétaro. Ihm haben die Edelsteine bescheidenen Wohlstand gebracht. Montes gehört eine eigene Mine. Er exportiert die Steine bis nach Deutschland und Japan.

Einmal habe er einen Opal von der Größe einer Limette gefunden, erzählt Montes. Vom Erlös kaufte er sich ein Haus: "Wenn du einen guten Stein findest, musst du noch nicht mal nach einem Käufer suchen. Sie kommen und klopfen bei dir an die Tür."

Mit seiner Mine hat sich Montes noch eine weitere Einnahmequelle erschlossen. Er öffnet seinen Stollen auch für Touristen. Ausgerüstet mit Hammer und Meißel machen sich die Besucher für einen Tag selbst auf die Suche nach den edlen Steinen - ein kleines Abenteuer und dazu die Möglichkeit, in ihrem Urlaub richtig viel Geld zu verdienen. "Wenn sie einen Opal finden, gehört er ihnen", so Montes. Damit sie das nötige Glück haben, bittet er sogar um Beistand von oben. Denn bevor sie in die Mine steigen, segnet Montes die Touristen.

Manuel Gaona/dpa/joe

insgesamt 3 Beiträge
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Layer_8 11.05.2014
1. Opale
Tja, WENN man ein paar findet, ist man wohl sehr schnell reich. Hab das in Australien gesehen. Hab dort mal, legal, spaßeshalber im Abraum von anderen gebuddelt, einen halben Tag lang. Tatsächlich fand ich einen winzigen Minisplitter "richtigem" Opal. Im Laden hätten die mir gleich 20 Dollar dafür bezahlt.
Qual 11.05.2014
2. optional
Irgendwie ein Traumjob. Egal ob Gold oder Edelsteine. So ein Job muss doch immer wieder motivieren. Zumindest die ersten Monate...
mike301243 26.07.2015
3. Komische Überschrift ...
Kann wohl nicht so sein, wenn man das Gestein in großem Stil abbaut und zerkleinert ....
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