Streit um Gesichtsverschleierung Muslimin klagt gegen Abendgymnasium

Darf ein Abendgymnasium eine Schülerin wegen ihres Gesichtsschleiers ablehnen? Darüber muss das Verwaltungsgericht Osnabrück jetzt in einem Eilverfahren entscheiden.

Frau mit Nikab (Archivbild)
AFP

Frau mit Nikab (Archivbild)


Weil sie wegen des Tragens eines gesichtsverhüllenden Schleiers nicht das Abendgymnasium besuchen darf, zieht eine muslimische Frau vor das Osnabrücker Verwaltungsgericht. Die Frau hatte im April zunächst eine Zulassung zum Abendgymnasium bekommen.

Die Schule hatte diese Zulassung später aber wieder zurückgezogen, weil die Schülerin aus religiösen Gründen ihren Nikab, einen Gesichtsschleier, im Unterricht nicht abnehmen wolle, sagte eine Gerichtssprecherin am Freitag.

Die Muslimin sei lediglich bereit, vor Unterrichtsbeginn vor einer weiblichen Schulmitarbeiterin den Schleier abzunehmen, damit ihre Identität festgestellt werden könne. Im Unterricht aber wolle sie den Nikab tragen. Unter diesen Umständen habe sich die Schule nicht in der Lage gesehen, die Frau weiter zu unterrichten.

Für das Verwaltungsgericht Osnabrück sei dieses Verfahren das erste seiner Art, es seien aber noch weitere anhängig, so die Sprecherin. Zu der Anhörung in dem Eilverfahren am Montag ist die Öffentlichkeit nicht zugelassen.

him/dpa



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