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Paketboom im Advent Rushhour in Glinde

Nie ist hier mehr los als vor Weihnachten: Damit die Hamburger pünktlich ihre Geschenke bekommen, wachsen die Mitarbeitenden in der Paketzustellbasis Glinde über sich hinaus. Ein Blick ins Innere.
Von Florian Gontek und Julian Slagman, Fotos
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Hier sehen Sie den Traum meines vierjährigen Neffen: ein gelbes Postauto. In der Paketzustellbasis Glinde im Süden von Schleswig-Holstein gibt es normalerweise 180 davon, zur Weihnachtszeit sind es 230. Derzeit fährt noch keines der Autos elektrisch. »Dafür liegen unsere Zustellbezirke teils einfach zu weit auseinander«, sagt Lena Huntscha, 26, die den Standort in Glinde leitet. Bis 2050, so der Plan, will man bei der Deutschen Post/DHL komplett elektrisch ausliefern. Dafür experimentiert man bereits mit E-Flugzeugen.

Foto: Julian Slagman / Julian Slagman / DER SPIEGEL
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Auf den Bändern im Innern herrscht, gerade in der Weihnachtszeit, Hochbetrieb: Aus Glinde fahren Paketboten in 159 Zustellbezirke in Hamburg und Schleswig-Holstein. »Gerade jetzt zu Weihnachten arbeiten wir natürlich unter Volllast, eigentlich bereits seit Black Friday«, sagt Leiterin Huntscha. Bei der Deutschen Post/DHL gibt es auch immer noch Zustellbasen, in denen Zusteller die Pakete per Hand sortieren. Die Verteilermaschine schafft bis zu 6000 Pakete in einer Stunde. Gerade ist das eine große Entlastung.

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Er kriegt sie alle. Die Paketscanner können Päckchen nicht nur von oben erfassen, sondern auch von der Seite. Die Größe der Pakete nimmt im Durchschnitt seit Jahren zu. Schwerer als 31,5 Kilogramm  dürfen sie in der Einzelsendung aber nicht sein. »Wir sehen in der Coronazeit, dass noch mehr online bestellt wird. Spannend ist auch, dass immer mehr ältere Menschen für sich entdecken, online zu shoppen«, sagt Huntscha. Auch in diesem Jahr erwartet die Deutsche Post/DHL ein neues Hoch an zugestellten Paketen. Wie seit Jahren. Im Schnitt  werden in Deutschland pro Tag schon jetzt insgesamt mehr als 13 Millionen Sendungen an mehr als acht Millionen Kundinnen und Kunden geliefert. Tendenz steigend.

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In Glinde arbeiten zurzeit 212 Mitarbeitende. Der Eindruck auf dem Bild täuscht nicht: Nur gut 20 davon sind Frauen. Laut Lena Huntscha noch ein vergleichsweise guter Wert, der aber deutlich Luft nach oben lässt.

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Bei der Eröffnung im Juli 2014 war der Standort Glinde die größte mechanisierte Zustellbasis des Landes. Die Sortierhalle hat eine Größe von knapp 8000 Quadratmetern.

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Menschenhände braucht es bei aller Automatisierung dennoch. Hier ein Mitarbeiter, der Pakete aufs Band packt. Reguläre Schichten dauern hier fünf Stunden, in der Weihnachtszeit könnten es auch mal acht sein, sagt Huntscha. Um den Paketmengen Herr zu werden, setzt die Deutsche Post/DHL im Weihnachtsgeschäft bundesweit insgesamt rund 10.000 Aushilfskräfte zusätzlich in allen Bereichen der Produktion ein.

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Mäusefallen in der Paketzustellbasis? Tatsächlich. So nennen die Mitarbeitenden die gelben Boxen, die ein wenig an Sicherheitskontrollen am Flughafen erinnern. Sie haben jedoch weder etwas mit ungebetenen Gästen noch mit Urlaub zu tun: »Wir nutzen sie, damit kleine Pakete oder Tüten einen festen Untergrund haben und die Anlage sie problemlos lesen und sortieren kann«, sagt Huntscha. Insgesamt gibt es in der Paketzustellbasis mehr als tausend der gelben Sortierhelfer.

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Wo geht es hin? Das verraten diese Städtecodes, hinter denen sich das Ziel der Pakete versteckt.

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Das schlaue Beladen des Fahrzeugs ist einer der wichtigsten Aufgaben eines Zustellers. Etwa 200 Pakete passen in einen Transporter. In der Regel wird nach der Route bepackt, die die Fahrerin oder der Fahrer an dem Tag vor sich haben. Es geht um Geschicklichkeit und Schnelligkeit. 150 bis 170 Zustellungen seien die tägliche Vorgabe für Fahrerinnen und Fahrer, sagt Huntscha. Die Arbeitsbedingungen der Paketzusteller werden seit Jahren kritisiert. Nicht nur bei der Deutschen Post/DHL.

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Die Tage in Glinde beginnen, da ist es noch dunkel. Zur Weihnachtszeit, wenn die Nachfrage hoch ist, um 1 Uhr. Zu normal geschäftigen Zeit im Jahr um 4 Uhr.

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