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Breakfast Rave für Morgenmuffel Erst die Dröhnung, dann die Arbeit

After Work Party am Abend, Lunch Beat am Mittag - da geht noch was: In den großen Metropolen hotten Angestellte neuerdings vor der Arbeit ab, beim Breakfast Rave.

Morgens um halb sieben auf einem Boot vor der Skyline von Manhattan. Während der graue Himmel immer heller wird, klatschen Hunderte Menschen auf dem Oberdeck des bunt beleuchteten Schiffs begeistert im Takt. Ein leichter Regen setzt ein. Die Menschen reißen die Arme in die Höhe, fangen die Tropfen auf, jubeln. Einige wirken noch verschlafen, andere wiegen ihre Körper schon im Takt der Elektromusik. Steptänzer, Akrobaten und eine Jazzband wandern von Deck zu Deck. Aus dem ablegenden Schiff brummt ein dumpfer Bass über den Hudson River.

Nach den After-Work-Partys kamen die Lunch-Beat-Events. Jetzt startet die Fete nicht mehr zur Mittagszeit, sondern schon früh am Morgen: Während andere Menschen noch schlafen oder müde vor ihrer Müslischüssel hocken, wollen "Pre-Work-Partys" Morgenmuffel wachküssen.

Der Trend ist auch schon in Deutschland angekommen: Nicht nur in New York, auch hier wummern die Bässe vor dem Frühstück. Zum Beispiel beim "Morning Rave" in Berlin oder im "Wannda Circus" an der Tumblingerstraße in München - ganz stilecht mit Diskokugeln, Elektro Beats und Laserstrahlen. Mit Anzug und Krawatte tanzt hier allerdings keiner. Manch einer hat noch Wuschelhaare und kleine Augen, viele tragen Glitzerdress.

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Breakfast Rave vor der Arbeit: Bässe machen Müde munter

Foto: Verena Lingel/dpa

Stippvisite auf dem RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain: Morgens ab halb sieben reißen Frühaufsteher ihre Arme in die Luft, johlen. Einige hocken an der Bar, nippen Green Smoothies und Bio-Kaffee. Zum Frühstück gibt es Spinat, Spiegelei und ein Körnergericht. Chefs, Freelancer, Studenten hotten sich wach. Party statt Frühsport: In wenigen Stunden werden alle an ihren Schreibtischen hocken.

Zurück nach New York: "Tanzen ist der beste Weg, um in den Tag zu starten", sagt Brittany Johnson, 24. "Und heißer Kaffee", ergänzt ihr gleichaltriger Freund Colby Howard, 24, der gerade den Blick auf die Freiheitsstatue genießt. Heißen Kaffee sucht er allerdings vergeblich, denn nach Angaben der Veranstalter wäre so etwas auf der Tanzfläche zu gefährlich. Stattdessen gibt es kalten Bio-Kaffee aus der Glasflasche, Energy- und Wellness-Drinks - und auf gar keinen Fall Alkohol.

Die meisten anderen Bewohner der Millionenmetropole dürften um diese Zeit noch schlafen, oder so langsam in den Tag starten. Aber Johnson, Howard und mit ihnen Hunderte andere in Anzügen, Sportkleidung oder extravagantem Federkopfschmuck sind schon auf der Tanzfläche.

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Mittagspausen-Party: Dance with Somebody

Foto: JONATHAN NACKSTRAND/ AFP

Seit einigen Monaten gibt es die "Pre-Work-Partys" in New York. "Unsere Party soll Menschen zusammenbringen, wir wollen eine Gemeinschaft bilden, die auch gerne nüchtern feiert und tanzt", sagt Radha Agrawal, die die New Yorker Partyreihe "Daybreaker" organisiert.

Einen Teil der Ticketkosten von je 35 Dollar (rund 31 Euro) spenden die Veranstalter diesmal für Opfer der Erdbeben in Nepal. Auch ein Freund der Veranstalter, der "Google"-Manager Dan Fredinburg, kam dabei ums Leben. Er hatte gerade versucht, den Mount Everest zu besteigen und wollte dabei Geld für Waisenhäuser in Nepal sammeln. Rund 6000 Dollar spenden die Partygänger in New York in seinem Gedenken.

"Dan hat das Leben gefeiert und diese Veranstaltung ist eine Hommage an seine außergewöhnliche Persönlichkeit", sagt Veranstalterin Radha. "Es geht darum, das Leben zu feiern - gerade wenn etwas Schreckliches passiert ist, sollte man positiv bleiben. Spenden sammeln ist ein guter Weg und sicherlich besser, als traurig zu sein und nichts zu tun", sagt auch Teilnehmerin Natalia Mazzuchelli auf der Tanzfläche.

Dann legt das Boot an, die 27-Jährige steigt aus und geht - noch leicht verschwitzt - zur Arbeit.

Verena Lingel, dpa/sid
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