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Neuer Rekordwert In Deutschland gibt es immer mehr Pendler

Die Anzahl der Menschen, die zur Arbeit in eine andere Stadt pendeln, wächst in Deutschland. Auch die Wege der Pendler werden immer länger.
Pendler auf einem Bahnsteig des Stuttgarter Hauptbahnhofs

Pendler auf einem Bahnsteig des Stuttgarter Hauptbahnhofs

Foto: Sebastian Gollnow/ dpa

Der Anteil der Beschäftigten, die in Deutschland lange Wege zum Arbeitsplatz und zurück in Kauf nehmen, ist auf einen neuen Rekordwert gestiegen: Sechs von zehn Arbeitnehmern pendeln zur Arbeit. Die Zahl der Pendler stieg von knapp 14,9 Millionen im Jahr 2000 auf 19,3 Millionen im Jahr 2018. Das zeigt eine Auswertung von Pendlerdaten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

Die Verkehrsforscher definieren Pendler als Menschen, die zum Arbeiten die Gemeinde verlassen, in der sie wohnen. Wer in einer Großstadt unterwegs ist, kann auch einen sehr langen Arbeitsweg haben, fällt als sogenannter Binnenpendler aber aus der Statistik.

Der durchschnittliche Arbeitsweg beträgt knapp 17 Kilometer

Die Länge des Wegs zur Arbeit ist laut aktueller Auswertung im Schnitt gestiegen: Vor zehn Jahren legten Pendler durchschnittlich 14,8 Kilometer zur Arbeit zurück. Im Jahr 2006 wurde zum ersten Mal die 16-Kilometer-Distanz überschritten. 2018 betrug der durchschnittliche Arbeitsweg 16,9 Kilometer. Wenig überraschend: Besonders lange Arbeitswege haben Menschen, die abseits der Ballungsräume leben. In großen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns, Brandenburgs und Sachsen-Anhalts legen Beschäftigte im Durchschnitt mehr als 30 Kilometer auf dem Weg zur Arbeit zurück.

Was erledigen Sie beim Pendeln?

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3,4 Millionen Beschäftigte überqueren dabei die Grenze eines Bundeslandes - das sind 50.000 Menschen mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: 1999 hatten nur 2,1 Millionen Menschen Bundesländer übergreifende Arbeitswege. Noch immer fahren wesentlich mehr Beschäftigte aus Ostdeutschland zum Arbeiten in die westlichen Bundesländer als in umgekehrter Richtung. 2019 pendelten rund 415.000 ostdeutsche Beschäftigte in den Westen. Umgekehrt kamen aus Westdeutschland 178.000 Beschäftigte zum Arbeiten in den Osten.

Den Stadt- oder Landkreis verlassen auf dem Weg zur Arbeit 12,6 Millionen. Auch dies ein starker Zuwachs: Im Jahr 2000 traf dies nur auf 9,3 Millionen Arbeitnehmer zu.

München ist Pendler-Hauptstadt

Die Stadt mit den meisten Arbeitnehmern, die in einer anderen Gemeinde wohnen, als sie arbeiten, ist München mit 390.000 Pendlern. Es folgen Frankfurt am Main (374.000), Hamburg (350.000) und Berlin (315.000). Umgekehrt pendeln aus den großen Städten auch zunehmend Beschäftigte zu Arbeitsplätzen im Umland oder in andere Großstädte.

"Der Druck, im Beruf mobil zu sein und weite Wege zum Arbeitsplatz zurückzulegen, hat in den letzten Jahren unvermindert angehalten", sagte die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann, auf deren Initiative die Auswertung zurückgeht, der Deutschen Presse-Agentur. Der Preis sei zunehmender Stress, insbesondere bei Fernpendlern. Um dem entgegenzuwirken, müssten Arbeitgeber Arbeitszeitmodelle finden, die den Beschäftigten Flexibilität einräumen.

vet/dpa
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