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Neun Tipps für Pendler So wird die Fahrt zur Arbeit angenehmer

Immer mehr Beschäftigte pendeln zur Arbeit, immer weiter werden die Wege. Wie kann man dafür sorgen, dass Fahrtzeit positiv genutzte Lebenszeit bleibt?
Pendler auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit in Köln

Pendler auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit in Köln

Foto: Oliver Berg / DPA

Die Anzahl der Menschen, die zur Arbeit in eine andere Stadt pendeln, wächst in Deutschland. Auch die Wege der Pendler werden immer länger, wie eine aktuelle Auswertung zeigt. Aber es gibt Möglichkeiten, die Zeit unterwegs zu nutzen.

1. Finden Sie den richtigen Zeitpunkt

Wenn Sie mit dem Auto in der Stadt unterwegs sind, kann es einen großen Unterschied machen, ob Sie eine Viertel- oder halbe Stunde früher oder später losfahren, und zwar je nach Stadt: Die Rushhour in Hamburg etwa geht rund eine halbe Stunde später los als in Bielefeld. Der Navigationssystemhersteller und Verkehrsdatenanbieter TomTom ermittelt jährlich einen Verkehrsindex, der die Verkehrsbelastung von Städten rund um den Globus untersucht, aber auch einen besonderen Fokus auf deutsche Städte legt. Darin finden sich auch detaillierte Angaben zum Zeitpunkt der morgendlichen und abendlichen Rushhour nach Wochentagen. Hier finden Sie eine Liste der untersuchten deutschen Städte mit den relevanten Verkehrsdaten  (für die Einzelanalyse jeweils auf den Pfeil rechts in der Tabelle klicken).

 2. Suchen Sie Mitpendler

Autofahren ist für viele Menschen Stress. Wenn Sie selbst auf den Verkehr achten müssen, beginnt ihre Arbeit schon, bevor Ihre Arbeit beginnt. Portale wie Pendlerportal  oder das Pendlernetz , das der ADAC in Kooperation mit ride2go betreibt, können dabei helfen. (Und wenn Sie lieber selbst hinter dem Steuer sitzen, gibt es immerhin eine kleine Finanzspritze.) 

3. Fahren Sie Fahrrad – und lassen Sie sich dabei unterstützen

Und zwar sowohl finanziell als auch antriebstechnisch: Seit 2012 sind Diensträder steuerlich absetzbar. Ihr Arbeitgeber würde Ihnen vielleicht keinen Audi A4 auf den eingangsnahen Firmenparkplatz mit Ihrem Namensschild stellen, aber vielleicht lässt er sogar bei einem E-Bike mit sich reden. Auch Leasing kann in diesem Zusammenhang eine Option sein. Hier finden Sie eine Anleitung, wie Sie der Steuer davonradeln können.

Was erledigen Sie beim Pendeln?

Wenn man denn schon pendeln muss, kann man die Zeit ja sinnvoll nutzen. Was erledigen Sie auf dem Weg zur Arbeit? Schreiben Sie uns an karriere.leserpost@spiegel.de . (Mit der Einsendung erklären Sie sich mit der Veröffentlichung auf Spiegel.de einverstanden.)

4. Achten Sie auf Ihre Gesundheit

"Berufliches Pendeln wird heute als Stressor angesehen, der das Fass in einem bis Dato mühsam kompensierten beruflichen und familiären System zum Überlaufen bringen und eine behandlungsbedürftige gesundheitliche Dekompensation bedingen kann", schreibt der Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie Steffen Häfner , der auf Verkehrsmedizin spezialisiert ist. Kurz: Pendeln kann krank machen. Häfner nennt Schlafstörungen als eine Komponente dabei, eine andere ist das Essverhalten: Gerade Bahn-Pendler neigen dazu, sich die Fahrtzeit im Wortsinn zu versüßen. Es kann verlockend sein, den fehlenden Nachtschlaf (vielleicht haben Sie ja kleine Kinder und/oder ein interessantes Leben nach Feierabend) in Bus oder Bahn nachzuholen. Aber mit zwei zusätzlichen Schlafphasen an den Tagesrändern bringen Sie Ihren Biorhythmus nachhaltig durcheinander.

5. Lernen Sie Entspannungstechniken

Besser als ein qualvoll durch die Endhaltestelle unterbrochenes bleischweres Nickerchen ist es laut Häfner, "ein entsprechendes Repertoire an individuell rasch verfügbaren Entspannungstechniken zur Verfügung zu haben". Es ist Geschmackssache, ob Sie sich dabei für autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder auch eine Meditationstechnik entscheiden. Bei letzteren können auch Apps wie Calm, Bambu, Headspace oder 7Mind helfen.

6. Geben Sie dem Pendeln einen Sinn

Es ist doch so: Wenn Sie sich jeden Tag zwei Stunden lang entweder darüber ärgern, dass Sie noch nicht im Büro sind, oder darüber, dass Sie noch nicht zu Hause sind, sinkt Ihre Lebensqualität drastisch. Werden Sie zum Gestalter Ihrer Zeit statt zum Opfer der Umstände. Wenn Sie kulturell interessiert sind: Entdecken Sie die Welt der Hörbücher und Podcasts, von denen es eine Fülle guter Gratisangebote gibt. Machen Sie ein Ritual daraus: So wie Sie Ihren Firmenrucksack packen, legen Sie sich für die Fahrt schon einmal eine erfreuliche digitale Preziose bereit, die Sie im heimischen WLAN herunterladen. Eine andere Möglichkeit: Lernen Sie stricken oder häkeln. Handwerkliche Tätigkeiten sind ungemein befriedigend, wie dieses Beispiel zeigt. Oder sie nutzen die Zeit, um mit einer Sprach-App neue Fremdsprachenkenntnisse zu erwerben. Wichtig ist: Machen Sie ein konkretes Projekt daraus, bei dem Sie Ihre Pendelzeit sinnvoll planen und nutzen.

7. Starten Sie einen Verbesserungsprozess

Finden Sie im ersten Schritt heraus, was Sie am Pendeln besonders nervt. Sind an Ihrer Station alle Sitzplätze in der U-Bahn schon belegt? Vielleicht lohnt es sich, von zu Hause aus mit dem Rad eine kleine Strecke weiterzufahren und an der Station davor einzusteigen, an der es noch freie Auswahl gibt. Frischen Sie von Zeit zu Zeit Ihre Orts- und Streckennetzkenntnis auf. Versuchen Sie, neue Wege zu entdecken, und wenn es nur die Parallelstraße auf dem Weg zur Arbeit ist, in der es einen erfreulichen Garten zu betrachten gibt. Seien Sie aufmerksam für schöne Dinge am Wegesrand.

8. Rüsten Sie technisch auf

Für die meisten Menschen ist Lärm ein entscheidender Unwohlfühlfaktor; oft merkt man nicht einmal, dass es an dem ständigen Geräuschpegel liegt, wenn man dauerhaft gestresst oder erschöpft ist. Wenn Sie viel Zeit unterwegs in öffentlichen Verkehrsmitteln verbringen, kann es eine ungemein lohnende Investition sein, ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen und in ein Paar wirklich gute Noise-Cancelling-Kopfhörer zu investieren. 

9. Workbiken: Starten Sie Ihre Challenge

Sie müssen ja nicht jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Aber es kann Ihre Zufriedenheit signifikant steigern, es wenigsten ab und an zu tun, vielleicht auch nur bei schönem Wetter. Denn vom Preis-Leistungs-Verhältnis ist Workbiken unschlagbar: Sie brauchen vielleicht mehr Zeit als mit anderen Verkehrsmitteln, aber die Zeit, die Sie zusätzlich einsetzen müssen, kommt dem das Gesamtbrutto Ihrer Sport-Zeit zugute. Pendeln müssen Sie sowieso, warum also nicht mit Einsatz von sagen wir 45 Minuten extra insgesamt 90 Minuten Sport abgreifen, statt gestresst nach der Arbeit noch ins Gym zu hetzen - oder permanent ein schlechtes Gewissen zu haben, weil Sie wieder nichts für Ihre Fitness getan haben? Der Motivation kann es dabei helfen, wenn Sie das nicht allein tun. Der Fahrradverband ADFC und die Krankenkasse AOK starten jedes Jahr die Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" , bei der man von Mai bis August Kilometer sammeln und sogar Preise gewinnen kann.

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