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29. August 2014, 15:15 Uhr

Pilotenstreik

Welche Rechte haben Geschäftsreisende?

15.000 Passagiere konnten im Piloten-Streik nicht wie geplant fliegen - darunter Geschäftsreisende. Sie sind länger unterwegs und haben Extrakosten. Doch einiges davon dürfen sie sich von ihrem Chef zurückholen.

Am Freitagvormittag streikten viele Germanwings-Piloten, um sich ihre Übergangsrente zu sichern. Entsprechend blieben auch viele Geschäftsreisende auf dem Boden. Die Folge: Sie müssen auf andere Flüge oder die Bahn ausweichen, verspäten sich oder verpassen wichtige Termine. Auch der Start ins Wochenende verzögert sich für viele.

Geschäftsreisende sollten nun ihre Rechte kennen. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Zählt die komplette Reise als Arbeitszeit, wenn Arbeitnehmer wegen des Streiks länger unterwegs sind?

Das kommt auf den Einzelfall an, erklärt Björn Gaul, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Köln. Zählt die Reisezeit als vergütungspflichtige Arbeitszeit, haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf Bezahlung. Ob das der Fall ist, müssen sie in ihrem Arbeitsvertrag nachschauen. Auch in einer Betriebsvereinbarung oder im Tarifvertrag kann es entsprechende Regelungen geben.

In den meisten Fällen zählt die Reisezeit jedoch nicht zur Arbeitszeit. Wer während des Streiks zum Beispiel zu einer Schulung unterwegs war und nun sehr lange auf Reisen ist, geht in der Regel leer aus. Etwas anderes kann aber etwa für Außendienstmitarbeiter gelten. Bei ihnen gehört das Reisen grundsätzlich zur Arbeitszeit und wird bezahlt.

Muss der Arbeitgeber Extrakosten etwa für Taxis übernehmen, die Arbeitnehmern wegen des Streiks entstehen?

Arbeitnehmer bekommen solche Kosten in der Regel vom Arbeitgeber erstattet. Das gilt jedenfalls dann, wenn es erforderlich war, ein Taxi zu nehmen und die Höhe der Summe angemessen ist. Anwalt Gaul rät, im Zweifelsfall beim Arbeitgeber kurz nachzufragen.

Können Selbstständige Germanwings dafür zur Kasse bitten, wenn wegen des Streiks ein wichtiger Termin platzt und ihnen Geld entgeht?

Nein. Germanwings müsste solche Kosten nur erstatten, wenn das Unternehmen den Flugausfall fahrlässig oder schuldhaft verursacht hätte. Das ist nicht der Fall.

dpa/end

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