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11. Juni 2018, 12:29 Uhr

Neue Pisa-Studie

Schüler sind nur so gut wie ihre Lehrer

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Guter Unterricht braucht gute Lehrer. Aber wie begeistert man geeignete Kandidaten für den Job? Eine neue Pisa-Auswertung gibt Antworten - und warnt vor Quereinsteigern als Billiglösung.

Berlin hat ein massives Problem. "Es wird schwierig, alle Stellen zum neuen Schuljahr zu besetzen", sagt Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres mit Blick auf den Lehrermangel. Auch andere Bundesländer haben dieses Problem, in Berlin ist es aber besonders drängend: Dort können die freien Stellen in den Klassenzimmern nicht einmal mehr durch Quereinsteiger aufgefüllt werden.

Das wäre möglicherweise auch keine wirklich gute Idee. Das jedenfalls legt die neue Pisa-Auswertung der OECD nahe, die am Montag veröffentlicht wurde. Danach setzen gute Schülerleistungen gut ausgebildete Lehrkräfte voraus - und ob Quer- und Seiteneinsteiger, die mehr oder weniger schnell nachgeschult werden, die notwendige Qualifikation mitbringen, darf nach diesen Ergebnissen bezweifelt werden.

Die Studie zeigt: Die 18 untersuchten Länder nutzen bei der Auswahl, Einstellung und Evaluation von Lehrern ganz unterschiedliche Systeme und Kriterien. Dennoch zeichnen sich da, wo gute Schülerleistungen gemessen wurden, bei der Situation der Lehrkräfte klare Gemeinsamkeiten ab.

Drei Kriterien sind für gute Lehrerleistungen besonders wichtig, sagen die Forscher:

Während der erste Aspekt durch das Referendariat in Deutschland im Sinne der Bildungsforscher gut abgedeckt ist, klagen viele Lehrkräfte über mangelnde Zeit für Weiterbildung und über unzureichende Angebote. Und auch beim Thema Feedback gibt es Luft nach oben: Eine Bewertung findet nach dem Referendariat oft nur noch dann statt, wenn es um Beförderungen geht - ansonsten bleiben die Lehrer mit ihrer Arbeit weitgehend allein.

Während die Mehrzahl der Länder auf die Situation an schwierigen Schulen mit kleineren Klassen oder einem verbesserten Betreuungsverhältnis reagiert, gibt es immerhin ein Drittel der beteiligten Staaten, die auf eine ganz andere Politik setzen. Dort werden gerade an den schwächeren Schulen vor allem Lehrer mit niedrigerer Qualifikation eingesetzt - ein Fehler, meinen die Pisa-Forscher.

Und sie erteilen einer häufig geäußerten Vermutung eine klare Absage: "Es gibt keinerlei Beleg dafür, dass höhere Gehälter bessere Studenten in den Lehrerberuf locken", heißt es in der Untersuchung. So hatte zuletzt Sachsen angekündigt, Referendaren in der Provinz bis zu 1000 Euro mehr pro Monat zu bezahlen. Erfolg versprechender seien andere Schritte zur Verbesserung der Schulpolitik: So stiegen die Chancen auf bessere Schülerleistungen, wenn die Schulen eine größere Eigenständigkeit bei der Auswahl ihrer Lehrer haben.

Auch bei der Nachwuchswerbung gibt es noch Verbesserungsbedarf, zeigt die Studie: Im internationalen Durchschnitt können sich 4,2 Prozent der 15-jährigen Schüler vorstellen, selbst Lehrer zu werden. Eigentlich ein guter Wert, denn er ist höher als der Anteil der Lehrer an der Gesamtbevölkerung.

Doch möglicherweise denken genau diejenigen über eine Lehrerkarriere nach, die gerade nicht zu den Wunschkandidaten der Schulbehörden gehören: In den meisten Ländern zeigten die Schüler mit Lehramts-Plänen unterdurchschnittliche Leistungen in der Mathematik und bei den Lesefähigkeiten.

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