Videoserie "In der Haut von" Drum prüfe, wo es ewig windet

Einsam und zugig ist es da, wo Jens Kesenheimer arbeitet. Vor allem aber hoch: Der Ingenieur prüft die Rotorblätter von Windrädern. Für die Videoreihe "In der Haut von" klopft er eine Anlage auf Schwachstellen ab - mit Helmkamera.

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Von und


Alltag ist oft ein Abenteuer. Und was für eins! Der Beweis: unsere neue Videoserie "In der Haut von". Für das ungewöhnliche Filmprojekt haben wir Menschen mit einer robusten Kompaktkamera ausgestattet und sie anschließend ungestört ihren Berufen nachgehen lassen. Das Ergebnis: eine einzigartige Chance, im Zeitraffermodus in die Haut eines anderen zu schlüpfen, teilzuhaben an seinem ganz normalen, abenteuerlichen Leben.

Im vierten Teil baumeln Sie mit Jens Kesenheimer in hundert Metern Höhe: Der Ingenieur klettert auf Windräder und prüft die Rotorblätter auf Schwachstellen.

  • Um diesen Beruf geht's:

Sachverständiger für Windenergieanlagen. Oder kurz: Windradprüfer.

  • So kommt man in den Job:

Man braucht ein abgeschlossenes Studium an einer Technischen Hochschule, einer Fachhochschule oder eine Weiterbildung zum Meister/Techniker, beispielsweise in Flugzeugbau, Maschinenbau oder Elektrotechnik. Die Forderungen des Bundesverbands Windenergie sind hoch: Nur wer mindestens fünf Jahre praktische Erfahrung auf dem Gebiet der Windenergieanlagentechnik oder eine zielgerichtete Ausbildung hat, darf eine Anlage prüfen. Außerdem sollten die Prüfer sportlich und körperlich fit sein - und natürlich schwindelfrei.

  • So viel verdient man:

Das Anfangsgehalt beträgt abhängig von Ausbildung und Erfahrung etwa 30.000 bis 36.000 Euro brutto im Jahr. Offshore-Aufträge werden üppiger vergütet, denn für die Zeit auf dem Meer gibt es Wochenend- und Schichtzulagen. Wer zwei Wochen am Stück auf einer Offshore-Anlage arbeitet, bekommt danach mindestens eine Woche frei.

  • Das macht am meisten Spaß:

"Es ist schön, draußen zu sein und da oben zu hängen", findet Windradprüfer Jens Kesenheimer. "Man muss sich aber auch ein bisschen quälen wollen, sonst ist es nicht das Richtige."

  • Welche Sprüche nerven?

"Viele glauben, dass das Klettern auf einer Windanlage ähnlich dem Freizeitklettern am Fels ist. Ist es aber nicht", sagt Kesenheimer. "Das eine ist Anstrengung und Arbeit, das andere ein Hobby. Es ist nicht schlecht, wenn man in der Freizeit klettert - aber es ist keine Voraussetzung für den Job."

  • Sie machen eine Zeitreise und begegnen sich selbst im Alter von 16 Jahren. Welchen Berufstipp geben Sie Ihrem jungen Ich?

"Erneuerbare Energien retten die Welt - also steige in einen Job ein, der damit zu tun hat."

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