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09. September 2019, 11:05 Uhr

Umfrage unter Mitarbeitern

Personalnot in Psychiatrien - Patienten werden regelmäßig zwangsfixiert

In vielen Psychiatrien klagen viele Mitarbeiter über Personalmangel: Patienten müssen laut einer Umfrage öfter mit Gurten festgehalten werden als nötig. Beschäftigte klagen zudem über Übergriffe auf sie selbst.

In der Psychiatrie wird fast die Hälfte der Mitarbeiter regelmäßig körperlich attackiert. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Demnach gibt es in Kliniken außerdem häufig solche Personalengpässe, dass Patienten zwangsfixiert werden müssen.

Ver.di hatte mehr als 2300 Psychiatrie-Beschäftigte in 168 Krankenhäusern in Deutschland befragt. Hintergrund ist, dass am 19. September eine wichtige Entscheidung zur Personalausstattung in Psychiatrien fallen soll.

Der Gemeinsame Bundesausschuss will über Vorgaben für die Personalausstattung in der Psychiatrie entscheiden. Das ist das höchste Entscheidungsgremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen. Ver.di-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler mahnte, Signale aus dem Bundesausschuss wiesen bisher in die falsche Richtung. "Das Personal muss dringend aufgestockt werden", sagte Bühler.

Der Umfrage zufolge findet mehr als Dreiviertel der Psychiatrie-Beschäftigten, dass die Besetzung auf ihrer Station knapp oder viel zu gering ist. Ver.di hatte nach Erfahrungen in den vergangenen vier Wochen gefragt.

Die Ergebnisse im Detail:

Ver.di will am Dienstag mit einem bundesweiten Aktionstag in zahlreichen Einrichtungen auf die prekäre Personalsituation in psychiatrischen Krankenhäusern aufmerksam machen. Das Ziel: Die Zeit, die für die Beschäftigten pro Patient vorgesehen ist, soll erhöht werden.

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fok/dpa

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