Die aktuelle Stellenanzeige Social-Media-Experte für die Queen gesucht

Sie kennen sich aus mit Twitter, Facebook und Instagram und sind ein Fan der Royals? Dann bewerben Sie sich: Im Buckingham Palace wird ein Experte für die sozialen Netzwerke gesucht.

Königin Elisabeth beim Twittern
AFP

Königin Elisabeth beim Twittern

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Diese Frau steht nie still. Erst am Donnerstag feierte sie ihren 90. Geburtstag. An diesem Freitag begrüßte sie Barack und Michelle Obama zum Mittagessen. Und schon denkt sie bereits an neue Ziele, die es zu erreichen und neue Welten, die es zu erschließen gilt. Diese Frau denkt an die Zukunft.

Die Queen und ihr Mann mit Barack Obama und der First Lady
REUTERS

Die Queen und ihr Mann mit Barack Obama und der First Lady

Und zwar an die digitale Zukunft. Es geht um Social Media. Zwar hat die Queen bereits vor eineinhalb Jahren ihren ersten Tweet über eine Ausstellungseröffnung abgesetzt. Aber da geht noch mehr.

Das Büro des Privatsekretärs der Queen sucht einen Social-Media-Experten, vielmehr jemanden, der die Social-Media-Abteilung im Buckingham Palace leitet. Offiziell heißt die Stelle "Head of Digital Engagement" und gehört zum Bereich "Royal Communications". Was für ein erquickendes Konglomerat zweier Wörter, bei der die Tradition (royal) auf die Moderne (Kommunikation) trifft.

Allerdings wird die fürstliche Offerte nicht königlich entlohnt. Es gibt ein Jahresgehalt von rund 58.000 bis 64.000 Euro (je nach Erfahrung) - und das bei einer 37,5-Stunden-Woche. KarriereSPIEGEL zitiert die Stellenanzeige und kommentiert sie.

Ihr Content wird von Millionen Menschen gesehen werden.

Unerwünscht ist es also, private Details aus dem Könighaus auszuplaudern, Selfies mit der Queen zu posten oder niedliche Katzenvideos.

"Es geht darum, niemals still zu stehen und neue Wege zu finden, um die Präsenz der Queen in der Öffentlichkeit und auf der Weltbühne zu unterstützen. Das macht die Arbeit im königlichen Haushalt außergewöhnlich."

Vermutlich reicht es der Queen nicht mehr, den US-Präsidenten und die First Lady zu empfangen oder sich von Starfotografin Annie Leibovitz mit ihren Urenkeln fotografieren zu lassen. Die Queen braucht offenbar einen eigenen YouTube-Kanal, vielleicht auch eine Live-Schalte zum wöchentlichen Gespräch mit dem Premierminister. Oder gar eine Art royales Big Brother - zusammen mit der ganzen Königsfamilie. Fragt sich nur, wer im Luxusbereich hausen darf, und wer im Kerker um Punkte kämpfen muss.

Egal, ob Sie über einen Staatsbesuch berichten, über eine Preisverleihung oder das königliche Engagement, Sie sind dafür verantwortlich, dass unsere digitalen Kanäle Interesse entfachen und ein großes Publikum erreichen.

Jedes Mal, wenn nun Staatsgäste zu Besuch kommen oder William und Kate in Indien eine Giraffe sehen, muss der Social-Media-Verantwortliche sich also doch heranwanzen und irgendwas Peinliches in die Welt setzen. Wir kennen ja das britische Publikum, das viele Jahre lang das englische Boulevardmedium "News of the World" gekauft hat und auf Zeitungen wie "The Mirror", "The Sun" und "Daily Star" abfährt.

Innovativ und mit einem kreativen Flair, verfügen Sie über vorbildliche und fesselnde Schreib- und Redigierkenntnisse sowie über Erfahrung im Erstellen digitaler Inhalte für verschiedene Publika, Anlässe und Formate.

Man mag jetzt vielleicht an Kai Diekmann und seinen Aufenthalt im Silicon Valley denken, aber seitdem er das gefakete Interview mit Jan Böhmermann so verhauen hat, kommt er wohl doch nicht mehr infrage. Und nein, nein, nein: auch nicht Franz Josef Wagner. Aber, wo wir schon bei Böhmermann sind ... vielleicht wäre das eine gute Exit-Strategie für ihn? Oder sollten wir vor dem Referendum über den Brexit am 23. Juni die Worte Exit und Großbritannien lieber nicht gemeinsam nennen?

Sie können sich auf gewisse Benefits freuen: Zuschläge zur Rente, 33 Urlaubstage im Jahr, ein kostenloses Mittagessen und Weiterbildungen.

Ein kostenloses Mittagessen? Wo kann man sich bewerben?

Hier kann man sich für die Bewerbung registrieren. Aber Achtung: Sie müssen schnell sein. Die Frist endet am 24. April.

insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
olli118 22.04.2016
1. Oh, wow
Das macht sicher Spass - not. Abgesehen davon, dass man für wenig Geld wahrscheinlich schuftet wie ein Irrer, will ich nicht wissen, wie oft man sich für seine Posts rechtfertigen muss. Oder es gibt einen Social Media Controller, der sicherstellt, dass nichts rausgeht, was die Royals nicht liken. Ich kann mir kaum was Drögeres vorstellen...
Marlo 22.04.2016
2. Nicht königlich entlohnt?
In was für einer Welt lebt denn der Autor? Das sind ca 5.000 Euro pro Monat. Soviel verdiene ich als Programmierer nicht. Das ist doch ein super Gehalt. Was soll man denn für ein paar Postings und ähnliches so bekommen? Den Job kann doch fast jeder erledigen, dafür braucht man nichtmal irgendeine Qualifikation. Oder etwa doch? Wenn ja, würde mich das doch sehr wundern. Am besten noch ein Studium(haha).
bauausdo 23.04.2016
3. Versuch gescheitert
@Marlo: Ja, das stimmt. In der Kommunikation - gerade der von Großkonzernen und Staatsoberhäuptern - sind ausschließlich Ungelernte beschäftigt. Es laufen sogar erste Experimente mit Primaten. Der Versuch es komplett von Computern machen zu lassen scheiterte daran, dass Programmierer für so etwas zu dumm sind.
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