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Reformationstag Niedersachsen beschließt zusätzlichen Feiertag

Arbeitnehmer in Niedersachsen erhalten einen weiteren freien Tag: Der Landtag erklärte den 31. Oktober zum Feiertag.

Nach Schleswig-Holstein und Hamburg hat nun auch Niedersachsen den Reformationstag am 31. Oktober zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat der Landtag in Hannover verabschiedet. Die Bremer Bürgerschaft will an diesem Donnerstag entscheiden, ob sie nachzieht.

In Niedersachsen stimmten 100 Abgeordnete für den neuen Feiertag, 20 dagegen, 17 enthielten sich der Stimme. Während die Mehrheit der Abgeordneten von SPD und CDU sowie die AfD-Fraktion für den Vorschlag stimmten, war die FDP dagegen. Alle grünen Abgeordneten enthielten sich der Stimme.

Der Reformationstag war bisher nur in den neuen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. 2017 wurde er einmalig bundesweit gefeiert, weil sich der Tag, an dem Augustinermönch Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll, zum 500. Mal jährte. Historiker bezweifeln allerdings, dass Luther 1517 persönlich zu Hammer und Nagel griff.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte im vergangenen Herbst im Landtagswahlkampf den Vorschlag für den neuen Feiertag gemacht. Er argumentierte, dies sei vertretbar, weil die südlichen Bundesländer mehr Feiertage hätten als der Norden. "Der Reformationstag ist derjenige, der am breitesten in der Gesellschaft verankert ist", sagte er.

An dem Ansinnen der Landesregierung hatte es Kritik von verschiedenen Seiten gegeben. So verwiesen Vertreter der jüdischen Gemeinden auf antisemitische Schriften Martin Luthers. Die katholische Kirche verbindet das Datum der Reformation mit der Kirchenspaltung und plädierte - ähnlich wie die jüdischen Gemeinden - für den Buß- und Bettag als weiteren gesetzlichen Feiertag.

Die Ungleichverteilung an Feiertagen zwischen den Bundesländern wird durch den neuen Feiertag nur ansatzweise korrigiert. Hamburg hat mit dem Reformationstag nun zum Beispiel zehn Feiertage, Bayern hingegen 13 , Baden-Württemberg 12.

vet/dpa
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