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Praktikanten-Dumping Rewe will Konsequenzen ziehen

Nachdem bekannt wurde, wie der Inhaber eines Rewe-Marktes eine unbezahlte Praktikantin ausnutzte, versucht sich der Lebensmittelhändler in Schadensbegrenzung. Doch wie nachhaltig kann ein Zusammenschluss selbständiger Händler Personalpolitik betreiben?
Neuester Clou bei Rewe: Die Rewe-to-go Märkte, eine Art Tankstelle ohne Benzin

Neuester Clou bei Rewe: Die Rewe-to-go Märkte, eine Art Tankstelle ohne Benzin

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Diese Woche verurteilte das Arbeitsgericht Bochum den Betreiber eines Rewe-Marktes, einer unbezahlten Praktikantin rückwirkend 17.281,50 Euro Lohn zu zahlen - für über acht Monate Arbeit an Kasse, Regal und im Lager. Zudem soll sie nicht die Einzige sein, die in diesem Rewe-Markt unbezahlte Dienste leistete, die weit über die Aufgaben eines Praktikanten hinausgingen.

Rewe distanziert sich von diesen Dumping-Praktiken. Florian Sörensen, Geschäftsbereichsleiter Einzelhandel bei Rewe betont gegenüber dem KarriereSPIEGEL, "dass die Vorgehensweise des Kaufmanns in keiner Weise mit den Richtlinien und Grundsätzen der Personalpolitik der Rewe Dortmund vereinbar ist. Die Rewe Dortmund wird aus dem Fall entsprechende Konsequenzen ziehen." Welche das sein werden, bleibt bislang offen. Auf weitere Nachfragen gab es keinen Kommentar.

Wo Rewe draufsteht, ist nicht immer Rewe drin - zumindest rechtlich. Denn ähnlich wie Edeka ist der Konzern genossenschaftlich organisiert. Das heißt: Unter der Dachmarke Rewe arbeiten Einzelunternehmer als selbständige, unabhängige Kaufleute. Jeder ist selbst verantwortlich für seinen Markt und handelt auch in Personalangelegenheiten eigenständig und unabhängig. Ein System, auf das Rewe nach eigenen Angaben stolz ist, weil es für "Unternehmertum, Eigenverantwortung, Kundennähe" steht, so der Händler in seinem Unternehmensleitbild. Jetzt fällt es Rewe auf die Füße.

Passt nicht ins Bild als Traumarbeitgeber

Handlungsbedarf ist da, arbeitet die Unternehmenszentrale doch mit aufwendigen Werbefilmchen und Wettbewerben daran, Azubis für die Ausbildung im Haus zu begeistern. Mit dem Motto "Rewelution" präsentiert sich der Händler als Traumarbeitgeber.

Gerade läuft mit dem "Rewe Group Star" ein interner Wettbewerb an für Auszubildende und Nachwuchskräfte der Rewe Group. Sie sollen verschiedene Nachhaltigkeitsprojekte realisieren, es lockt eine "glamouröse Veranstaltung", so Rewe.

Nicht nur deshalb kommt das Urteil für die Supermarktkette zur Unzeit: Am Donnerstag verkündete der Lebensmittelhändler seine Umsatzzahlen des vergangenen Jahres und freute sich über einen historischen Höchststand bei Umsatz und Ergebnis. Gruppenweit stiegen 2013 die Erlöse aus fortgeführtem Geschäft nach vorläufigen Berechnungen um 2,9 Prozent auf 50,6 Milliarden Euro. Darin enthalten ist auch der Beitrag der selbständigen Kaufleute.

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