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IT-Branche Wie das Silicon Valley Neulinge begrüßt

Starten bei Start-ups kann ein Fest sein. Konfetti, Reisen, Champagner - Tech-Firmen überbieten einander bei Willkommensritualen. Ein US-Unternehmen allerdings schickt Anfänger als Erstes zum Kloschrubben.
Von Silvia Dahlkamp
Ein freundliches Lächeln: Zu wenig für einen Empfang im Silicon Valley (Symbolbild)

Ein freundliches Lächeln: Zu wenig für einen Empfang im Silicon Valley (Symbolbild)

Foto: Corbis

Fremdes Büro, unbekannte Kollegen, die Hände angstfeucht: "Guten Tag, ich bin der Neue." Neutrales Lächeln, abschätziger Blick. "Freut mich. Ähm, wie war Ihr Name...?" Jeder kennt das mulmige Gefühl am ersten Arbeitstag. Ein Anfänger muss aufpassen, sich zum Start in einem neuen Unternehmen anpassen.

Erster Job? Ernst des Lebens? Nicht im Silicon Valley. Wenn dort ein Neuling ankommt, schmeißen viele Firmen erst einmal eine Party: Über dem Schreibtisch schweben bunte Luftballons, Kollegen werfen Konfetti, der Mitarbeiter-Chor rappt. Beim Mittagessen überreicht der Chef einen Geschenkekorb mit T-Shirt, Laptop-Hülle, Notebook - alles mit Firmenlogo. Und obendrauf liegt eine Flasche Schampus als Symbol für den Erfolg: Willkommen in der Firmen-Familie, wir sind ein Team.

Eine Menge Brimborium ist bei US-Start-ups ein üblicher Einstieg in den Job, ergab eine Umfrage des US-Wirtschaftsmagazins Quartz . Wie sie ihre neuen Talente am ersten Tag begrüßen, fragte der Online-Dienst ein Dutzend Firmen im Silicon Valley, dem Tal von Facebook, Apple, Google und Co.

Werschafft die beste Performance? Im Kampf ums Kluge-Köpfe-Tätscheln liefern die IT-Firmen sich einen regelrechten Wettkampf. Sie fischen alle im selben Teich der Talente und verwöhnen ihre Mitarbeiter oft nach Strich und Faden. Das Betriebsklima kann für die Entscheidung potenzieller Mitarbeiter eine entscheidende Rolle spielen. Darum muss das Willkommensritual nicht unbedingt pompös und teuer sein, aber auf jeden Fall originell.

Denn wer weiß: Vielleicht ist der unscheinbare Neue von heute schon morgen ein Milliardär? Möglich ist alles. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg etwa war zarte 23 Jahre alt, als er es auf die "Forbes"-Liste der Reichsten der Welt schaffte. Und Snapchat-Gründer Evan Spiegel, 24, stieg gerade erst in die Riege der Milliardäre auf (siehe Fotostrecke).

"Die hohe Kunst ist es, die richtigen Leute zu finden und anschließend an die Firma zu binden", so Sarah Wetzel von der Internetagentur Engage Media. Und Google-Vorstandschef Larry Page sagte vor zwei Jahren in einem Interview: "Es ist wichtig, dass das Unternehmen eine Familie ist, die Menschen sich als Teil des Unternehmens fühlen und das Unternehmen wie eine Familie für sie ist."

Reisen liegen auf jeden Fall im Trend. Einige Arbeitgeber verfrachten die Neuen erst einmal in ein Abenteuer-Camp, andere spendieren einen Ausflug nach Europa. Oft geht es dorthin zurück, wo alles begann. Pech, wenn man sich dann bei einer Putzplattform beworben hat: Die Firma Homejoy schickt ihre Ingenieure, Software-Programmierer, Datenverarbeiter zunächst zurück ins harte Offline-Leben - zum Schrubben aufs nächste Klo.

Fotostrecke

Silicon Valley: Hier werden Milliardäre geboren

Foto: David Ramos/ Getty Images
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