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Spielzeug Fünf Must-haves für Bosse

Es ist schwer, als Chef unter Chefs noch aufzufallen. Mondäne Anzüge, irrwitzige Uhren, sündhaft teure Autos - hat doch heute jeder. Für das Kind im Chef präsentiert KarriereSPIEGEL fünf Spielzeuge, mit denen man tatsächlich auftrumpfen kann.
Luxus-Golfcart mit 40 km/h: Warum nicht damit das Tempo vorgeben?

Luxus-Golfcart mit 40 km/h: Warum nicht damit das Tempo vorgeben?

Foto: Valmet Automotive

Chef ist, wer wie ein Chef daherkommt. Aber wie steht es, wenn sich mehrere Chefs treffen, zum Beispiel bei einer Geburtstagsfeier im Kanzleramt oder bei geheimen Kartellabsprachen? Unter all den Chefs - wie macht man deutlich, dass man der Chef-Chef ist?

Ganz einfach: Zwischen den vielen dicken Hosen um einen herum muss man die dickste tragen. Bildlich gesprochen, Sie verstehen. Man muss zeigen, was man sich so leisten kann: Auto, Uhr, ein Technik-Highlight, die Klassiker halt.

Wer damit richtig auftrumpfen will, muss seine Statussymbole mit Bedacht wählen. Teuer, aber nicht aufdringlich. Jeder Kenner - also jeder Chef - muss sofort sehen, wie raffiniert und vor allem sündhaft teuer ein Accessoire ist. Aber eben nur ein Kenner. Alles, was von Kreti und Pleti sofort als teuer erkannt wird, ist Plunder, Ludenkram, Boss-Bling-Bling.

Wir haben für Sie fünf Spielzeuge zusammengestellt, die diesen Kriterien entsprechen - wenn man sie richtig zum Einsatz bringt. Doch sehen Sie selbst.

Nadelstreifen aus Gold, 22 Karat - oder mehr Diamanten als bei Tchibo

Schicker Zwirn: Der Maßanzug als Investitionsobjekt

Schicker Zwirn: Der Maßanzug als Investitionsobjekt

Foto: Corbis

Maßanzug, ca. 16.000 Euro

Einen Maßanzug bekommen Sie heute schon bei Tchibo. Gut, messen müssen Sie da noch selbst. Aber fest steht: Das einstige Luxusgut des Schneiderhandwerks ist inzwischen für jeden gewöhnlichen Facharbeiter erschwinglich. Das führt leicht zu peinlichen Situationen beim jovialen Rundgang auf der Weihnachtsfeier. Dicke Hose sieht anders aus.

Zum Glück gibt es mit dem Frankfurter Maßschneider Stephan Görner einen Mann, der die Ehre seiner Zunft rettet. Für potente Kunden bietet er Anzüge aus den Stoffen "Golden Treasure" und "Diamond Chip" des belgischen Luxuslabels Scabal an. Bei "Golden Treasure" sind in australische Merinowolle Nadelstreifen aus 22-karätigem Gold eingewebt. "Diamond Chip" besteht aus Merinowolle und Seide und ist mit Diamantfragmenten durchsetzt. Da muss Tchibo passen.

Über genaue Preise spricht Görner nicht. Leuchtet auch ein, schließlich können sich bei so einem Luxusobjekt die kurzen Beine des Käufers oder ein Schmerbauch dramatisch auf den Preis auswirken. Auch eine Wampe muss man sich eben leisten können. Als Größenordnung pro Anzug gilt der Preis eines gutausgestatteten Kleinwagens. Falls Ihnen das noch was sagt.

Für Uhrenjünger - die Arbeit der Untertanen auf die Tausendstelsekunde takten

Mikrotimer Flying 1000: Kampf um die Zehnerpotenzen

Mikrotimer Flying 1000: Kampf um die Zehnerpotenzen

Chronograf, mindestens 40.000 Euro

Der Uhrenhersteller Tag Heuer verblüffte vor rund einem Jahr die Fachwelt, als er einen Chronografen vorstellte, der mit einem mechanischen Uhrwerk auf die Hundertstelsekunde genau misst. Ein Jahrhundertwerk der Ingenieurskunst, jubilierten Uhrenjäger und -sammler - weil das Prachtstück endlich schaffte, was jede Wühltischuhr mit Quartzwerk seit den achtziger Jahren beherrscht.

Seit diesem Jahr werden viele Uhrenjünger diesen Spott teilen. Denn Tag Heuer hat den Mikrotimer Flying 1000 vorgelegt. Ganz recht: Der beherrscht nun auch die Tausendstelsekunde, vollmechanisch. Eine für Chefs kaum verzichtbare Funktion, will man die eigenen Arbeitsabläufe - oder die der Untergebenen - präzise durchtakten.

Der Preis ist noch unbekannt, die Auslieferung der Uhren beginnt erst im Laufe des Jahres. Allerdings hat das schwachbrüstige Vorgängermodell lediglich 40.000 Euro gekostet, im Uhrenreich ein Schnäppchen. Die Flying 1000 wird sicher teurer sein. Aber wer auf eine standesgemäße Preisgestaltung für dieses Stück Hightech setzt, sollte bereits jetzt mit dem Uhrenbauer seines Vertrauens über aufwertende Maßnahmen am Gehäuse sprechen.

Ein treffliches Statussymbol wird die Uhr so oder so: Vom Vorgänger wurden nur 150 Stück gebaut. Die neue Serie könnte noch stärker limitiert sein.

Golf der Luxusklasse - fahrbarer Kühlschrank am Abschlag

Garia Monaco Golfcart: Langsam ist das neue Schnell

Garia Monaco Golfcart: Langsam ist das neue Schnell

Foto: Garia

Golfcart, ca. 20.000 Euro

Wer in den richtigen Golfclubs verkehrt, weiß ein eigenes Golfcart zu schätzen. Wie unangenehm ist die Vorstellung, mit clubeigenen Wagen zu fahren, die jedwede Individualität, wie sie ein wahrer Chef ausstrahlt, vermissen lassen. Und wie unangenehm sind die mitleidigen Blicke der Mitspieler.

Wer kann, setzt also längst auf ein eigenes Gefährt, musste aber bisher mit einer unerträglichen Unzulänglichkeit der Gerätegattung leben: Spätestens am Golfplatzgatter ist Schluss. Wer auf öffentlichen Straßen weiterfahren will, muss umsteigen.

Abhilfe schafft der finnische Autobauer Garia Velmet, der sein Luxus-Golfcart nun mit Straßenzulassung anbietet. Der Hersteller verweist stolz auf seine Auftragsproduktionen von Porsche-Modellen und stattet das Gefährt entsprechend aus. Einzelradaufhängung und Scheibenbremsen sind in der Klasse weiß Gott kein Standard, hinzu kommen edle Polsterstoffe, aufwendige Lacke - und ein Kühlschrank.

Die Höchstgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern sollte einen echten Chef ebenso wenig abschrecken wie der Einstiegspreis von rund 20.000 Euro. Wer sich mit dem Garia-Golfcart auf der Landstraße breitmacht, kann auch am Wochenende eine Chef-Erfahrung machen: Er gibt das Tempo vor.

Heute schon Krokodilbauch gekrault?

Steckel-Koffer mit Zebrano: Oder doch lieber Rochenhaut?

Steckel-Koffer mit Zebrano: Oder doch lieber Rochenhaut?

Foto: Steckel

Laptop-Tasche, 650 Euro

Ein Bereich, in dem Individualismus schmerzhaft schwerfällt, ist die Datenverarbeitung: Heute haben alle Chefs ihren Laptop dabei, und wenn schon, dann nehmen sie eben den teuersten, den der firmeneigene IT-Techniker oder die zwölfjährige Tochter empfiehlt. Das kann auf einem Konferenztisch ganz schön eintönig aussehen, fast wie beim Besuch der Steuerprüfer vergangenen Herbst - und wer will schon daran erinnert werden?

Im beschaulichen Kempen am Niederrhein hält Marc-Christoph Steckel dafür Lösungen bereit. Der Perfektionist unter den Kofferbauern fertigt das passende Tragebehältnis für jeden Anlass, in jedem Material, in jeder Größe - und zu jedem Preis, der mindestens dreistellig ist.

Ein Laptopkoffer mit Zebranoholz etwa kommt auf 650 Euro. Dafür bestimmt der Kunde bei jeder Innentasche selbst, wo genau sie angebracht werden soll. Größere Koffer und Materialien schlagen entsprechend zu Buche. Im Angebot sind unter anderem: streichelweiches Krokodilbauchleder aus Malawi, Saffianleder in allen Farben oder Rochenhaut.

"Das ist doch kein Messer. DAS ist ein Messer!"

Ein Messer wie ein Laserschwert: Aus Dünkelgründen aber doch eher nur ein Mitgbringsel

Ein Messer wie ein Laserschwert: Aus Dünkelgründen aber doch eher nur ein Mitgbringsel

"Taschenmesser", 600 Euro

Moment, mag hier mancher einwenden, ein Taschenmesser ist allenfalls etwas für Pfadfinder. Stimmt. Aber nicht dieses hier. Das Wenger Giant Schweizer Offiziersmesser ist etwas für die Vitrine - und für alle, in denen ein besonders rustikaler Spieltrieb wohnt.

Das Giant imponiert nicht nur mit 87 Werkzeugen und 141 Funktionen, sondern auch mit Ausmaßen, die es eigentlich verbieten, von einem Taschenmesser zu sprechen. Die Heftlänge beträgt 8,5 Zentimeter, die Gesamtbreite 24 Zentimeter. Einschließlich seiner schwarzen Schatulle wiegt es 3,2 Kilo, mehr als fünf iPads der neuen Generation.

Zugegeben, selber mag solch einen Koloss kein Chef bei sich tragen. Aber als Mitbringsel eignet er sich hervorragend, zum Beispiel zur Vertragsunterzeichnung in einem Entwicklungsland. Die Chefassistenz kann das Messer auch kurzfristig bei Amazon bestellen.

Obacht: Die Artikelbeschreibung dort  ist mit gut 450 Kundenrezensionen gespickt, von denen rein gar nichts ernst gemeint ist. Liest sich Ihre Hilfskraft dort erst mal fest, dürfte sich das in der Arbeitsmoral bemerkbar machen. Kostprobe: "Ich komme beim Nutzen der Körperfettwaage mit dem großen Zeh laufend auf den Schalter zum Aktivieren der Wegfahrsperre. Zudem ist der Faxempfang bei gleichzeitiger Nutzung der Kettensäge nicht möglich, da die Papierzufuhr blockiert wird."

Mitarbeit: Maren Hoffmann

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