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05. Juli 2016, 12:35 Uhr

Start-ups in Deutschland

Jeder dritte Gründer wäre lieber in den USA

Ach, wie schön ist Amerika: Viele Start-ups sind mit dem Standort Deutschland nicht zufrieden. Das zeigt eine aktuelle Umfrage. Probleme macht besonders oft die Finanzierung.

Wenn Sie die Wahl hätten, ihr Start-up noch einmal zu gründen, in welches Land würden Sie gehen? Weniger als jeder Zweite (44 Prozent) der befragten Unternehmer würde noch einmal in Deutschland loslegen. Jeder Dritte (32 Prozent) würde lieber in den USA durchstarten, wie aus einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom hervorgeht.

"Das ist alarmierend", sagte Bitkom-Präsident Thorsten Dirks in Berlin. Er führt das in erster Linie auf die schwierige Finanzierung zurück - vor allem für Unternehmen, die ihr Wachstum mit frischem Geld in Millionenhöhe anschieben wollen. "Da wird es immer schwieriger", sagte Dirks.

55 Prozent nannten daher auch die Finanzierung als großes Hemmnis, obgleich 47 Prozent der Start-ups angaben, dass sich ihre Situation in den vergangenen zwei Jahren verbessert habe.

Diese Ergebnisse sind eine Zwischenauswertung der Umfrage, bei der im Mai und Juni 136 Teilnehmern online befragt wurden.

Um die Situation für Start-ups in Deutschland zu verbessern, will der Verband Weltkonzerne mit mittelständischen Firmen und Start-ups zusammenbringen. Chancen sieht Bitkom vor allem im Bereich der Digitalisierung und Vernetzung der Produktion. "Wir müssen dort ansetzen, wo Deutschland heute schon die Nase vorn hat", sagte Bitkom-Präsident Dirks und nannte als Beispiele die Bereiche Auto, Logistik, Versicherer und Banken.

lgr/Reuters

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